Sonntag, 24. September 2017

13. Juli 2017 08:21 Uhr

ARD-Talksendung

Bosbach verlässt "Maischberger"-Studio nach Streit mit Ditfurth

In der ARD-Talkshow "Maischberger" ging es am Mittwochabend um die Gewaltausschreitungen in Hamburg anlässlich des G20-Gipfels. Warum CDU-Politiker Bosbach die Sendung verließ.

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Die vom WDR zur Verfügung gestellt Aufnahme zeigt Wolfgang Bosbach (CDU) während der Fernsehsendung "Maischberger" zum Thema "Gewalt in Hamburg: Warum versagt der Staat?".
Foto: Melanie Grande/WDR/dpa

Das Thema in Sandra Maischbergers Talksendung lautete: "Gewalt in Hamburg: Warum versagt der Staat?" Kein einfaches Thema also - schließlich wird in der Sendung der Politik Versagen vorgeworfen. Die Diskussion zwischen CDU-Politiker Wolfgang Bosbach und Grünen-Politikerin Jutta Ditfurth eskalierte schließlich derart, dass Bosbach es in der Gesprächsrunde nicht mehr aushielt - und "Maischberger" vor laufender Kamera verließ.

Bosbach bei "Maischberger": "Frau Ditfurth ist unerträglich"

Die hitzige Diskussion bei "Maischberger" beschäftigte sich mit dem Umgang der Polizei mir Demonstranten des G20-Gipfels in Hamburg. Während Wolfgang Bosbach der Grünen-Politikerin vorwarf, dass sie die Krawalle verharmlose und den - ebenfalls in der Talkrunde sitzenden - Hamburger Hauptkommissar Joachim Lenders mehrfach "in geradezu unverschämter Weise angegangen" habe, bezeichnete Jutta Ditfurth den Bundestagsabgeordneten bei "Maischberger" als eine "kleine Mimose".

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"Frau Ditfurth ist persönlich, vom Verhalten und ihrer (...) Argumentation unerträglich. Das muss ich nicht mitmachen", erklärte Bosbach und lief die ARD-Talksendung vor laufender Kamera. Zugunsten der "Parität" hatte Moderatorin Sandra Maischberger schließlich Jutta Ditfurth gebeten, das Podium ebenfalls zu verlassen. Darauf ließ diese sich allerdings nicht ein, was nachträglich zu weiterer Kritik seitens Wolfgang Bosbachs führte.

"Mit ihrem Sitzenbleiben trotz Aufforderung zum Verlassen der Sendung hat Frau Ditfurth ihre Haltung ganz deutlich gemacht: 'Ich mache, was ich will, ohne Rücksicht auf andere'", kritisierte Bosbach das Verhalten der Politikerin bei "Maischberger" später gegenüber Focus Online. Im Nachhinein wäre es aus seiner Sicht "vielleicht besser gewesen, noch früher zu gehen. Die permanente Mischung aus Dazwischenquatschen und Grimassenschneiden von Frau Ditfurth war eine echte Zumutung."

"Maischberger" zu Krawallen in Hamburg: Ditfurth kritisiert Polizei

Die Grünen-Politikerin hatte bei "Maischberger" unter anderem gesagt, in Hamburg seien Menschen in ihren Grundrechten verletzt und nicht-vermummte Journalisten verprügelt worden, weil anderswo "einige Leute schwarz gekleidet" waren. Ditfurth sitzt für die Wählervereinigung ÖkoLinX-Antirassistische Liste im Frankfurter Stadtparlament. Sie versteht sich nach wie vor als antiautoritäre Linke und ist in verschiedenen Bündnissen aktiv. Ditfurth schreibt zudem politische Kommentare, hält Vorträge und macht Radiosendungen sowie multimediale Vorträge für Theaterbühnen.

Die ARD-Talkshow "Maischberger" hatte sich mit Krawallen anlässlich des G20-Treffens in Hamburg beschäftigt. Am Rande des Gipfels waren fast 500 Polizisten und eine unbekannte Zahl an Demonstranten bei Ausschreitungen verletzt worden. Geschäfte wurden geplündert, Autos angezündet und etliche Gebäude demoliert - zumeist von schwarz gekleideten Krawallmachern. dpa/sh

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