In ihrem ersten Interview als Präsidenten-Gattin hat Carla Bruni-Sarkozy ihrem Mann Treue bis zum Tod gelobt. Nach dem Gespräch musste sie sich außerdem gleich wieder entschuldigen - die 40-Jährige hatte sich einen peinlichen Ausrutscher geleistet.



Paris (AFP/dpa) - In ihrem ersten Interview als Präsidenten-Gattin hat Carla Bruni-Sarkozy ihrem Mann Treue bis zum Tod gelobt. Nach dem Gespräch musste sich außerdem gleich wieder entschuldigen - die 40-Jährige hatte sich einen peinlichen Ausrutscher geleistet.
Die Präsidenten-Gattin entschuldigte sich am Mittwoch in Paris. Sie habe im Interview «zu Unrecht» die Methoden einer französischen Medien-Website mit denen der «Kollaborationspresse» während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg verglichen, erklärte sie. «Wenn ich jemanden verletzt habe, dann tut es mir sehr leid.»
Bruni hatte Sarkozy Anfang Februar geheiratet. Ihr seither erstes Interview gab sie dem Magazin «L'Express», das am Mittwoch erschien. Darin äußert sie sich zur Behauptung der Website des Magazins «Le Nouvel Observateur», der Präsident habe kurz vor der Hochzeit mit ihr seiner Ex-Frau Cécilia per SMS die Rückkehr und ein Ende der Beziehung mit Bruni angeboten.
«Der 'Nouvel Obeservateur' ist zur Klatschpresse gewechselt», sagte die aus Italien stammende Bruni in dem «Express»-Gespräch dazu: «Wo wären wir beim Denunzieren der Juden hingekommen, wenn diese Art von Websites während des Krieges existiert hätte?»
Im Gespräch hat Carla Bruni-Sarkozy ihrem Mann auch Treue gelobt. «Ich bin von der italienischen Kultur geprägt, und ich würde mich nicht gerne scheiden lassen», sagte die Sängerin - bisher eher für ihre wechselnden Liebhaber bekannt. «Ich bin also bis zum Ende des Mandates meines Mannes die Première Dame und seine Gattin bis zum Tod.» Das wünsche sie jedenfalls, sagte sie dem Pariser Nachrichtenmagazin «L'Express» (Mittwoch).
Das fünf Seiten lange Interview erscheint inmitten eines massiven Vertrauensverlusts der Franzosen zu ihrem Staatschef: Seit seiner anfangs sehr zur Schau gestellten Beziehung mit dem früheren Top-Model sind Sarkozys Umfragewerte im freien Fall. Nur 40 Prozent der Befragten vertrauen dem Präsidenten, wie eine Umfrage des Instituts Opinionway ergab.
Seit einem Monat präsentiert Sarkozy sein Privatleben nun nicht mehr öffentlich, die Hochzeit wurde ohne Fotografen im kleinen Kreise im Élyséepalast begangen. «Alles, was nicht verheimlicht wird, wird als »Inszenierung» bezeichnet», sagte Bruni-Sarkozy.
Schlecht angekommen sein dürften bei Sarkozys konservativer Wählerschaft auch jüngst in einem spanischen Magazin veröffentlichte Fotos von Bruni nur in Lederstiefeln bekleidet. Umso züchtiger ließ sich die 40-Jährige von «L'Express» abbilden - in grauer Strickjacke. Es habe mehrere Gesprächsrunden mit der Präsidentengattin gegeben, die nach der Abschrift des Interviews jedes Wort kontrolliert habe, erklärte das Magazin.
Unterdessen hielten sich Gerüchte um möglichen Nachwuchs im Élyséepalast. Bruni-Sarkozy hat bereits einen sechsjährigen Sohn, Aurélien, aus einer früheren Beziehung. Es sei ein Fehler gewesen, das Kind mit auf die Urlaubsreise mit Sarkozy nach Jordanien genommen und vor den Fotografen nicht versteckt zu haben, sagte sie. «Das hat ein schockierendes, gewalttätiges obszönes Bild gegeben, für das ich mich als Mutter geschämt habe», sagte sie. Beim Anblick der plötzlich auftauchenden 600 Fotografen habe sie «nicht schnell genug reagiert», als Sarkozy ihren Sohn auf den Schultern getragen habe. Auf den Bildern hält sich Aurélien die Hände vor die Augen.
Harte Worte fand Bruni-Sarkozy auch für den «Nouvel Observateur». Auf seiner Internetseite hatte das Magazin berichtet, Sarkozy habe seiner Ex-Gattin kurz vor der Hochzeit die SMS geschrieben: «Wenn du zurückkommst, blase ich alles ab.» Damit habe das Magazin den ersten Schritt in Richtung Klatsch-Presse getan, sagte Bruni-Sarkozy.
Die Medienresonanz ihrer Beziehung zu Sarkozy habe sie überwältigt, sagte Bruni-Sarkozy. Trotz des Medienschocks habe sie aber nicht den Wunsch, der Welt der Politik zu entfliehen. «Nein, denn ich bin verliebt, ich nehme die Lage an, und ich kann nichts an ihr ändern. Ich will nicht gegen die Außenwelt kämpfen», sagte die Sängerin. Wie genau sie ihre neue Rolle ausführen werde, wisse sie noch nicht. «Doch ich weiß, wie ich es tun möchte: ernsthaft.» «Ich liebe das Abenteuer», sagte sie. «Und Frankreichs Staatschef zu begleiten ist ein Abenteuer.»
Ganz in den Élysée umziehen werde sie nicht: Mit ihrem Gatten werde sie im Palast ebenso wie in ihrer alten Stadtwohnung leben. Sie sei «mitten dabei», ihr neues Album aufzunehmen. Konzerte soll es aber nicht geben - «ein bisschen zu gefährlich».
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