Freitag, 22. September 2017

11. September 2017 11:50 Uhr

Blick ins Archiv

Das haben wir vor zehn Jahren über das erste iPhone geschrieben

Vor zehn Jahren kam das erste iPhone in den Handel und revolutionierte den Markt. Wir haben einen Blick ins Archiv geworfen und den Artikel zum Deutschland-Start herausgekramt.

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Steve Jobs bei der Vorstellung des ersten iPhones am 11. Juni 2007 auf der WWDC in San Francisco.
Foto: Christoph Bernbach, dpa

Am 9. November 2007 hat Apple sein erstes iPhone in Deutschland verkauft. In den USA war das Smartphone zu diesem Zeitpunkt schon über vier Monate erhältlich und so begehrt, dass der Hype auch auf hiesige Gefilde überschwappte. Trotz eines für damalige Verhältnisse hohen Preises von 399 Euro und dem Exklusiv-Verkaufsrecht beim Mobilfunkanbieter T-Mobile avancierte das Gerät zum Verkaufschlager. Auch unser Autor war begeistert.

Von Joern-M. Mueller-Neuhaus

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Nie zuvor in der Geschichte der Kommunikationstechnik wurde über ein Gerät so ausführlich und leidenschaftlich berichtet und diskutiert, bevor es überhaupt ein Anwender in den Händen hatte. Seit Freitag ist das iPhone von Apple, ein neuartiges Smartphone, nun auch in Deutschland erhältlich. Wir haben es getestet.

Schönheit mit inneren Werten
Das iPhone ist ein Multifunktions-Handy mit integriertem Musik-, Foto- und Videoplayer, einer 2-Megapixel-Kamera und vollwertigem Internetzugang, das nicht mit einer Tastatur, sondern über den berührungsempfindlichen Touchscreen bedient wird. Der Internet-Zugang erfolgt drahtlos über die Mobilfunk-Technologie EDGE und über WLAN. Neben dem Internet-Browser Safari sind ein Mailprogramm und ein Betrachter für YouTube-Videos installiert. Der Browser stellt normale Webseiten dar und ist nicht auf für Handy angepasste Webseiten angewiesen.

So schlägt sich das erste iPhone 2007 im Test

Das iPhone ist ein Hingucker: Die Vorderseite wird von einem Bildschirm mit 9 cm Diagonale dominiert und erscheint bei Nichtbetrieb glänzend schwarz mit edlem Chromrand. Die Verarbeitungsqualität ist extrem hochwertig. Die Benutzeroberfläche besteht aus einer Anzahl von Symbolen für die möglichen Funktionen. Ein Fingertipp auf das Symbol startet die zugehörige Funktion, der Druck auf den Home-Knopf führt zurück auf die Startseite.



Surfen fast wie daheim
Der Clou beim Surfen sind die Zoomfunktion und das lageabhängige Display, das merkt, ob es hochkant oder quer gehalten wird und entsprechend die Seitendarstellung automatisch ändert. Das Zoomen einer Website passiert mit zwei Fingern: zieht man die Finger auf dem Display auseinander, vergrößert sich die Darstellung, bewegt man sie aufeinander zu, wird die Ansicht verkleinert. Dies alles passiert ohne Verzögerung: Da erscheint das für das Websurfen eigentlich zu kleine Widescreen-Display mit 480 x 320 Pixeln gar nicht mehr als Hindernis.

Mobiles Büro
PDA-Funktionen sind natürlich ebenfalls vorhanden: Termine und Adressen werden aus dem heimischen Rechner beim Synchronisieren auf das iPhone übertragen. Auch neue Termine, Adressen und Notizen können auf dem iPhone erfasst werden. Praktisch auch das Google-Maps-Programm, das dafür sorgt, dass man sich nicht verläuft.

Medienplayer ohne Kompromisse
Der integrierte iPod mit 8 GB Kapazität spielt Audiodateien und Videos, die über die Software iTunes verwaltet und überspielt werden. Mit der installierten iTunes-Software ist es möglich, drahtlos über WLAN im iTunes-Shop einzukaufen. Auch als Video- und Bildbetrachter bietet das iPhone eine überzeugende Vorstellung: Das Betrachten von Filmen ist auf dem hochauflösenden, brillanten Display ein durchaus angenehmer Zeitvertreib.

Erstes iPhone: Kamera ohne Blitz und mit zwei Megapixeln

Diaschauen werden einfach durch Berühren eines Tastensymbols gestartet, das Skalieren der Bilder bis hin zur Originalgröße erledigt man mit zwei Fingern auf dem Display. Und wer Fotos machen möchte, kann dies mit der eingebauten Kamera einfach und schnell erledigen. Die Bildqualität ist trotz fehlendem Blitz und nur zwei Megapixeln Auflösung erstaunlich gut für eine Handy-Kamera. Das iPhone wird in der Bundesrepublik exklusiv über T-Mobile vertrieben und nur in Kombination mit einem Zwei-Jahres-Handyvertrag abgegeben. Der Betrieb mit anderen Anbietern ist nicht möglich. Das iPhone muss nach dem Kauf und Abschluss des Handyvertrages im T-Punkt am eigenen Computer über die Software iTunes aktiviert werden.

Telefonnummern können auf dem bildschirmgroßen Nummerndisplay eingetippt oder direkt aus dem Adressbuch aufgerufen werden. Das klappt wie erwartet gut, auch die Sprachqualität ist absolut akzeptabel.

Bald soll das neue iPhone vorgestellt. Wie wird es heißen?

Auch Konferenzen leicht gemacht
Eine Erlösung ist das iPhone für alle, die auch mal eine Telefonkonferenz abhalten oder mehrere Gespräche gleichzeitig makeln möchten. Dies ist zwar bei vielen Handys möglich, aber beim iPhone ist es ein Vergnügen! Man tippt einfach während des Gespräches auf das entsprechende Symbol auf dem Display, wählt die zweite Nummer oder wechselt zwischen den Gesprächspartnern hin und her - wer auf Warten gestellt ist, hört derweil eine Pausenmusik. Sehr komfortabel auch die Mailbox. Anders als gewohnt erscheinen Anrufe automatisch, also ohne manuelles Anwählen einer Mailbox, in einer Liste und können in beliebiger Reihenfolge angehört oder gelöscht werden.

iPhone 1 mit Rechtschreibprüfung

SMS-Nachrichten können auf der Displaytastatur sehr viel schneller als mit einem Handy-Ziffernblock getippt werden und statt der bekannten T9-Tipphilfe steht eine ausgewachsene Rechtschreibprüfung zur Verfügung. Auch in diesem Bereich spielt das iPhone also in einer neuen Liga.

Das Fazit
Das iPhone ist jenseits allen Marketing-Hypes ein wirklich bahnbrechendes Multimedia-Handy, die Touchscreen-Bedienung funktioniert hervorragend und man fragt sich nach kurzer Zeit, wie man eigentlich bisher mit einem konventionellen Smartphone leben konnte.
Alle Funktionen - Telefon, SMS, Mailbox, Kamera, Internet, Mail sowie Foto-, Video- und Audioplayer - sind unerreicht einfach nutzbar und stellen niemanden vor Rätsel.

Natürlich ist das iPhone mit einem Preis von 399 Euro plus Vertrag kein Schnäppchen und es ist auch nicht die Lösung für Menschen, die einfach nur telefonieren und ein wenig Musik hören möchten. Wer jedoch ohnehin ein Smartphone möchte, sollte in jedem Falle vorher einen längeren Blick auf das iPhone werfen!

Das sind die iPhone-Konkurrenten.

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