Donnerstag, 29. Juni 2017

21. April 2008 16:40 Uhr

Der Durchschnittsdeutsche ist romantisch

Der durchschnittliche Deutsche ist einer Zusammenstellung des Nachrichtenmagazins Der Spiegel zufolge ein bisschen bieder, ein bisschen brav, aber auch romantisch und er pflegt seine Vorurteile. Mehr als 80 Prozent glauben an die große Liebe, für mehr als die Hälfte ist ein Seitensprung ein Trennungsgrund.

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Sparsam, ein bisschen bieder, aber romantisch - «Der Spiegel» hat versucht, den Charakter der Deutschen zu ergründen. (Symbolbild)
Foto: DPA

Hamburg (dpa) - Der durchschnittliche Deutsche ist einer Umfrage des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» zufolge ein bisschen bieder, ein bisschen brav, aber romantisch und pflegt seine Vorurteile. Außerdem schätzt er Disziplin und Sparsamkeit.

Das Magazin hat in zwei Umfragen jeweils 1000 Bürger befragt. Danach sind zwei Drittel von ihnen stolz, Deutsche zu sein - die Männer etwas häufiger als die Frauen. Außerdem ergaben die Umfragen, dass 82 Prozent der Deutschen an die große Liebe glauben, und für jeden zweiten wäre ein Seitensprung ein Trennungsgrund. Dass es im Bett nicht immer ehrlich zugeht, ahnen die meisten: 62 Prozent der Männer meinen, beinahe jede Frau habe schon einmal einen Höhepunkt vorgetäuscht. Frauen sind sich da noch sicherer, von ihnen glauben das 67 Prozent.

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Dass Männer mehr verdienen sollten als Frauen, finden nur 15 Prozent aller Männer in Ordnung, aber 21 Prozent der Frauen. 40 Prozent meinen, es sei notwendig, beim Vorgesetzten gelegentlich zu schleimen, und 13 Prozent geben zu, an ihrem Arbeitsplatz schon mal gestohlen zu haben. Die Deutschen, so zeigt die Umfrage weiter, pflegen zudem ihre Vorurteile: 60 Prozent aller Frauen glauben, dass mächtige Autos als Männlichkeitsersatz dienen, und 25 Prozent aller weiblichen Befragten geben sogar an, Frauen könnten nicht einparken.

Unterdessen ergab eine repräsentative Studie des Instituts TNS Emnid im Auftrag von «Bild am Sonntag», dass die Mehrzahl der Deutschen nach wie vor Probleme mit der seit August 2006 geltenden neuen Rechtschreibung hat. Auf die Frage «Haben Sie sich inzwischen an die neue Rechtschreibung gewöhnt?» antworteten 62 Prozent aller Befragten mit Nein, nur 36 Prozent mit Ja. In Westdeutschland liegt der Anteil derer, die sich nicht an die Rechtschreibreform gewöhnt haben mit 64 Prozent höher als in Ostdeutschland (54 Prozent).

Probleme mit der Reform gestanden 67 Prozent der befragten Männer ein, hingegen nur 57 Prozent der Frauen. Während in den Altersgruppen ab 30 Jahren die Anzahl derer, die sich nicht an die Rechtschreibreform gewöhnt haben zwischen 63 und 69 Prozent liegt, sinkt er bei den jungen Deutschen zwischen 14 und 29 Jahren auf 45 Prozent. Dies ist die einzige Altersgruppe, in der eine Mehrheit (55 Prozent) angibt, sie sei mit der Rechtschreibreform vertraut.

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