Flops
Sex sells - nur halt nicht immer: Im Prinzip ist Sex ja toll. Und Silikon gefütterte Brüste und intime Einblicke gehören zum Dschungelcamp wie Reis und Bohnen. Aber heuer waren selbst hartgesottene Fans der Busch-Soap verwirrt: Nackte Haut die nervt? Das kannte man bisher nur vom Bier- und Bratwurststand am Ballermann.
Dank Micaela Schäfer dürfte das Dschungelcamp 2012 als das freizügigste aller Zeiten in die Annalen eingehen. Ohne Schonfrist zeigte das so genannte Nacktmodel vom ersten Tag an vollen Brusteinsatz. Einzigartig, wie sie mit der schamlosen Kombination aus Mini-Strings ("Freundschaftsbändchen"), Mikro-BHs ("Nippelbommel") und naiven Sexgeständnissen ("Ich hab' gern dreckigen Sex") die Zuschauer langweilte, die Boulevardmedien begeisterte und die Mitbewohner nervte. Selbst Sonja Zitlow und Dirk Bach verschlug es da streckenweise die beißende Ironie - was ebenfalls eine Premiere gewesen sein dürfte.
Feuchte Bäume: Nasse Betten. Rinnsale, die zu reißenden Bächen anschwollen. Und das Dschungelcamp zweimal kurz vor dem Aus. Dank eines namenlosen Tiefs dürfte das Dschungelcamp 2012 als das nasseste aller Zeiten in die Annalen eingehen. Kein Tag an dem das Camp nicht unter Wasser stand. Und wenn der Regen aussetzte, sprangen beherzt Daniel Lopes, Martin Kesici und Ailton in die Bresche.
Reisende soll man nicht aufhalten: Niemand wird ins Dschungelcamp gezwungen (wenn man den latenten Druck penetranter Gläubiger mal nicht als Zwang wertet). Und auch niemand ist zum Bleiben verdammt. Wer gehen will, kann gehen. Dafür haben sich die geistigen Väter des Erfolgsformats den klugen Satz "Ich bin ein Star- holt mich hier raus" einfallen lassen. Umso mehr erschütterte das erbärmliche Jammern von Vincent Raven (und zeitweise auch Ailton). Liebe Fans, bitte nicht für mich anrufen? Mit diesem Satz hat sich der Raben-Magier Raven definitiv einen exponierten Platz in der Hall-of-Fame der Peinlich-Auftritte verdient.
Elf Feinde müsst ihr sein: Wenn dem Dschungelcamp 2012 eines fehlte, dann war es ein ordentlicher Stinkstiefel. Eine giftige Natter, jemand von der boshaften Eleganz einer Giulia Siegel, der globschlächtigen Brutalität einer Caroline ("Hacke"-) Beil oder der analytischen Bissigkeit einer Desiree Nick. Ramona Leiß war zu früh raus, um dauerhaft Schaden anzurichten. Und Ex-Tic-Tac-Toe-Girl Jazzy (sprich: Jäääsy) ließ nur vereinzelt Talent aufblitzen. Am Ende war es zu wenig und die Busch-WG zu brav. Und so wird das Dschungelcamp 2012 wohl als das friedlichste aller Zeiten...
TOPS
Unverwüstlich: Man muss einfach sagen, wie es ist: Dirk Bach und Sonja Zietlow sind gut. Richtig gut. Ohne die große Blonde und den kleinen Behelmten wäre die Show vermutlich nur halb so interessant. Unsere Top-Ten ihrer besten Sprüche im Dschungelcamp 2012:
- "Alles säuft ab, es sieht aus wie nach der Oderflut. Wir rechnen ständig damit, dass der Bundespräsident eintrifft, um sich über die Situation zu informieren. Oder weil es etwas umsonst gibt."
- "Bei der Dschungelprüfung gab es Vagina und Penis zu essen. Bach: Wir haben den ungeschriebenen Codex, immer ein Geschlechtsorgan mehr zu zeigen als Micaela."
- „Ailton will ja eigentlich schon seit dem zweiten Tag raus, aber er kriegt den Satz einfach nicht fehlerfrei zusammen.“
- „Ramona hat ernste Probleme, also ich würde ihr kein Besteck mehr in die Hand geben.“
- „Micaela nimmt ja täglich weiter ab, man kann schon die Seriennummern ihrer Implantate lesen.“
- „Brigitte Nielsen sieht langsam aus wie der späte Rolf Eden.“
- „Unser kleines Promi-Sit-in entwickelt sich langsam zu einer Stehparty beim Chef, wo alle überlegen: 'Wie lange muss ich bleiben, damit es meiner Karriere nicht schadet.“
- „Micaela hat so etwas wie Textil-Tourette. Oder anders gesagt, als sie das letzte Mal halbwegs anständig bekleidet war, das war als sie einen OP-Kittel trug.“
- „Das war unsere teuerste Dschungelprüfung, die wir uns auch nur deswegen leisten konnten, weil uns ein befreundeter Unternehmer 50.000 Euro reingepumpt hat.“
- „Ailton im Karussell. Hat dich das nicht auch irgendwie an Döner erinnert?“
Was für's Herz: Mal ehrlich: War das nicht süß? Diese scheuen Blicke. Diese versteckten Zärtlichkeiten. Und dieses verschämte Leugnen. Wie in der Grundschule. Kim und Rocco boten (fast) die perfekte Love-Story. Oder wie es im Baumhaus hieß: „Kim und Rocco – in den Blicken der beiden liegt mehr Erotik als in der gesamten Fleischauslage von Micaela." Touché.
Was geht los da rein?: Es ist schon irgendwie seltsam: Während beim einen (Ailton) das andauernde zusammenhanglose Brabbeln lediglich den Wunsch regte, in den Fernseher zu langen und dem Stammler mit der flachen Hand mal ordentlich auf den Hinterkopf zu klatschen, wirkte es bei jemand anderem (Nielsen) richtig putzig. Was geht los da rein? Eine Liebessuppe? Der ein oder andere Satz des Ex-Hollywood-Stars wird uns sicher noch erhalten bleiben.
Halbgott in Khaki: Dr. Bob legte einmal mehr eine klasse Show hin. Souverän. Hilfsbereit. Einfühlsam. Lediglich als Micaela Schäfer mit ihrem nur spärlich vom Borat-Bikini geschützten Popöchen die schlammigen Stufen in den Dschungel-Tunnel (unter Insidern auch der Knappik-Killer genannt) hinabrutschte, hätte man sich etwas mehr ärztliches Verantwortungsbewusstsein gewünscht - im Sinne der Zuschauer und Insekten. Aber nicht deswegen wurde es zwischendurch mal hässlich. Dr. Bob sei gar kein richtiger Arzt, hieß es im Internet. Wir fragen uns: Wen interessiert's?! War dieser präzise Pinzetten-Griff, mit dem der Busch-Doktor die Schabe aus Kim Gloss Gehörgang fischte, nicht Kompetenz-Beweis genug? Na also.