MCA hat mit den Beastie Boys die Musikgeschichte bereichert. Ein Nachruf. Von Wolfgang Schütz

Dies ist nicht der Ort für Privates. Drum sei nur kurz Mutter Frances Yauch zitiert, die sagt: „Er war ein grandioser Junge und hatte ein kurzes, aber wundervolles Leben.“ Dies muss aber auch nicht der Ort eines globalen Mythos sein, der lauten könnte: Ohne Adam Yauch gäbe es heutige Superstars wie Eminem vielleicht nicht; denn hätte er nicht vor ziemlich genau 30 Jahren, zu seinem 17. Geburtstag, in Brooklyn, eine Band gegründet, aus der dann die „Beastie Boys“ entstanden – wer weiß, wie lange es noch gedauert hätte, bis der in seinen Wurzeln afroamerikanische Hip-Hop auch die weiße Welt infiziert hätte? Und dies ist auch nicht der Ort, wo Yauchs Konvertitentum vom Juden zum Buddhisten, sein Engagement für Tibet oder der Ohrspeicheldrüsenkrebs, an dem er am Freitag gestorben ist, vertieft werden sollen.
Dies ist viel mehr der Ort für ein Hoch auf „MCA“, dieses Milchbubigesicht, das uns mit „Mike D“ und „Ad Rock“ grandiose Musik beschert hat. Die meisten denken an die Hits aus dem phänomenalen Debüt „Licensed to Ill“ (1986) wie „Fight for Your Right“ oder „No Sleep till Brooklyn“. Aber schon der Nachfolger „Paul’s Boutique“ brachte viel smarten und zur Konstante gewordenen Groove, „Check Your Head“ Brecher wie „So Watcha Want“, „Ill Communication“ schmutzige Hits wie „Sabotage“, „Hello Nasty“ etwa das wunderbar plockernde „Intergalactic“ – und das alles ohne die peinlichen Posen, die dämlichen Klischees oder irgendwelchen Welterklärerdünkel, wie es die längst kommerziell erfolgreichste Musikrichtung der Welt sonst so gerne mit sich bringt. Das war eben nicht nur eine gesellschaftliche Weitung des Hip-Hops, sondern auch in der Musik intergalaktisch. Das will einfach immer weiter gefeiert sein. Thank you, MCA.
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