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02. September 2010 19:25 Uhr

Die Frau ohne besondere Talente

Einfach nur blond - Medien-Phänomen Daniela Katzenberger

Daniela Katzenberger ist prominent, doch talentfrei. Steckt etwa ihr Manager hinter der ganzen Aufmerksamkeit, die sie erfährt? Von Josef Karg

Sie ist prominent und seit Monaten in aller Munde. Warum, weiß keiner so genau. Denn Daniela Katzenberger ist eine praktisch talentfreie dralle, blonde, junge Frau aus Ludwigshafen mit ausgeprägtem Drang zur Selbstinszenierung, die ohne erkennbaren Grund immer mehr Aufmerksamkeit erfährt.

Mit losen Sprüchen wie "ist der Magen erst ruiniert, lässt sich's reihern ungeniert" oder "ich kann zwar keine Löffel verbiegen, aber ich bin der Uri Geller der Busen-Tricks!", machte die 23-Jährige in den vergangenen eineinhalb Jahren Karriere im Schnelldurchlauf.

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Praktisch täglich taucht sie mit immer neuen Themen im Boulevard auf. Sie eröffnete ein Café auf Mallorca, nahm eine Single auf und hofft auf ein Fotoshooting beim Playboy. Sogar eine eigene TV-Show bekommt sie. Bei der Auflistung der im Internet meistgesuchten deutschen Promis im Jahre 2009 erreichte die Katzenberger Platz zwei.

Thorsten Binder, der ihre Termine koordiniert, ist von dem Hype selbst überrascht: "Der Rummel ist schon bemerkenswert", sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Mit ihrer "natürlichen und unverstellten Art" begründet Binder den Erfolg von "Katzi", wie sie von ihren Fans genannt wird. "Viele erkennen sich in ihr wieder. Privat ist sie wie im Fernsehen", erzählt ihr Manager.

Gerade ist die Kultblondine, deren drei Lieblingswörter "Scheiße", "geil" und "Möppe" sind, schon wieder unterwegs zum nächsten Fernsehtermin. Mallorcas blondeste Gastronomin macht nämlich trotz fehlender Stimme auch Popmusik. Diesmal gastiert sie bei "Viva Live!", wo sie ihre erste Single "Nothin' gonna stop me now" promotet, einen gecoverten Song aus den 80er Jahren, den das Busenwunder Samantha Fox trällerte.

Wer hinter dem Medienphänomen Katzenberger eine große PR-Maschinerie erwartet, wird enttäuscht, zumindest wenn man ihrem Manager Binder glaubt. Der behauptet, die 23-Jährige sei ein "Selbstläufer". Es gebe keine "Deals" mit Zeitungen wie der Bild. Für Daniela Denise Katzenberger, die gelernte Kosmetikerin, habe sich ein Traum erfüllt.

Den Hang, in die Öffentlichkeit zu drängen, scheint sie von ihrer Mutter, einer früheren "Big Brother Kandidatin" geerbt zu haben. Mama "Katzi" betreibt in Ludwigshafen ein eigenes Café. Männerherzen flogen der Tochter dort schon in jungen Jahren zu. Tattoo-Horst, ebenfalls aus dem "Big Brother"-Haus, ließ sie sich deren Konterfei aufs Bein tätowieren.

Einem breiteren Publikum bekannt wurde das "Doppel-D für Durchschnitts-Deutschland" in Reality-Formaten und Doku-Soaps. Ab April 2009 wurde sie in der Vox-Sendung "Auf und davon - Mein Auslandstagebuch" mit der Kamera auf ihrer Reise in die Vereinigten Staaten begleitet, wo sie versuchte, den Playboy-Gründer Hugh Hefner kennenzulernen. Das misslang zwar bisher, der erste Schritt in die Karriere aber war es.

Doch nicht jeder ist von der Blondine begeistert. Der Medienkolumnist Bernd Gäbler etwa schrieb im Stern, Katzenberger sei eine Kunstfigur und zu einem typischen Phänomen des Trash-TV geworden. Prominente Antitalente wie sie sind hier kein Einzelfall. It-Girls wie Paris Hilton oder Kim Kardashian haben in den USA Hochkonjunktur. Hierzulande hangelt sich noch eine zweite Kultblondine durch den Mediendschungel - Gina-Lisa Lohfink. Die Urmütter dieser Bewegung findet man in Bohlens "Ex" Verona Pooth, Tatjana Gsell oder in der sich heute als seriöse Schauspielerin versuchenden Jenny Elvers. Josef Karg

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