Ab 1. September werden nach den 100- und 75-Watt Glübirnen auch die 60-Watt-Birnen vom Markt genommen. Stiftung Warentest hat LED-Lampen untersucht. Und was ist eigentlich Kelvin?


Auf Grundlage der sogenannten EU-Haushaltslampen-Verordnung werden nun nach den 100- und 75-Watt-Birnen ab 1. September auch die klaren 60-Watt-Birnen vom Markt genommen. Bei der Wahl einer Energiesparlampe (ESL), die die alten Birnen ersetzen soll, müssen Verbraucher nun nicht mehr allein auf die Wattzahl achten, sondern auf die Lichtleistung. Auskunft darüber gibt die Einheit Lumen (lm).
Der Lichtleistung der herkömmlichen 60-Watt-Birne entspreche zum Beispiel eine Energiesparlampe mit 700 Lumen, erläutert Birgit Holfert, Energieexpertin der Verbraucherzentrale. Die bisher unter 100 Watt bekannte Lichtleistung werde mit 1.400 Lumen erreicht. Ein Umrechnungsfaktor 10 eignet sich grob als Orientierungswert.
Die Lichtfarbe wird als Farbtemperatur in Kelvin (K) dargestellt. Lampen mit 2.700 Kelvin leuchten ähnlich wie die herkömmliche Glühbirne warmweiß und sorgen für ein gemütliches Licht zu Hause, wie Holfert sagt. Tageslichtweiße Lampen mit zirka 6.000 Kelvin erzeugen ein sachliches Licht, das eher für den Arbeitsplatz geeignet ist. Auf die Watt-Angabe solle man dagegen nicht mehr viel geben, auch Lampen mit wenig Watt könnten bereits für hohe Helligkeit sorgen. Die Wattangabe auf der Verpackung werde in einiger Zeit verschwinden.
Weitere Packungsangaben sind unter anderem: die Lebensdauer der Lampe in Stunden (h) oder Jahren, der Quecksilbergehalt (Hg) in Milligramm (mg), die Dimmbarkeit sowie die Start- und Anlaufzeit, das heißt, wie lange die Lampe benötigt, bis sie angeht beziehungsweise bis 60 Prozent der Helligkeit erreicht werden.
Angst vor giftigem Flüssigquecksilber spiele kaum noch eine Rolle beim Lampenkauf, da die meisten Hersteller mittlerweile auf Amalgamverbindungen setzten. Quecksilber sei nur in wenigen Kompaktleuchtstofflampen vorhanden, und dort auch nur in wenigen Millilitern. Sparlampen seien auch in dieser Hinsicht umweltschonender als normale Glühbirnen. Doch der Präsident des Bundesumweltamtes (UBA) Jochen Flasbarth warnt: «Das Quecksilber ist die Achillesferse der Energiesparlampen». Die Quecksilber-Belastung könne bei einem Bruch um das 20-fache über dem Richtwert für Innenräume liegen, bei dem das Bundesumweltamt eine Beseitigung der Ursache empfiehlt. Empfohlen wird, die Räume zu lüften. Auch müssen ESL sicher an bestimmten Sammelstellen entsorgt werden. Davon gibt es nach Meinung der Kritiker zu wenig.
Stiftung Warentest hat Alternativen zur 60-Watt-Birne geprüft. Ergebnis: Unter der Auwahl sind sogar zwei mit dem Prädikat "sehr gut".
Im Test standen Produkte, die sich als direkter Ersatz für die ausgedienten 60-Watt-Birnen eignen. Sie bieten mindestens die gleiche Helligkeit, werden bei 230 Volt betrieben und haben einen üblichen E-27-Schraubsockel. Im Test traten drei LED-, drei Halogen- und 14 Kompaktleuchstoffröhren gegeneinander an.
Die im wahrsten Sinne des Wortes strahlenden Testsiege sind LED-Lampen aus dem Hause Osram und Philips. Die Osram Prathom Pro Classic A 80 und die Philips MyAmbiance LED-Sparlampen leuchten etwas heller als 60-Watt-Lampen, verbräuchten aber nur etwa 12 Watt. Auch bei der Haltbarkeit und den Umwelteigenschaften schnitten beiden sehr gut ab. Laut Stiftung Warentest lohne sich der Einsatz beider Lampen allerdings nur dort, wo sie oft und lange leuchten müssen, da der Kaufpreis mit 40 Euro und mehr sehr hoch sei.
Als Preis-Leistungs-Sieger empfehlen die Tester Kompaktleuchtstofflampen mit dem Prädikat "gut". Diese kosten nur wenige Euro. Beste Noten erzielten hier die Osram-Lampen Duluxstar und Duluxstar Mini Twist. Fast ebenso gut seien die Birnen Go On! vom Hagebaumarkt und Philips Tornado Turbo. Mit diesen energie-effizienten Lampen lasse sich die Haushaltskasse stark entlasten. Im Schnitt könne der Austausch älterer Glühlampen durch Sparlampen die Stromkosten eines mittleren Haushalt um über 100 Euro pro Jahr verringern.
Die Testergebnisse haben laut Stiftung Warentest gezeigt, dass es große Qualitätsunterschiede bei den im Handel angebotenen Lampen gibt. Die Ergebnisse reichen von sehr gut bis mangelhaft. Testverlierer seien eine LED-Lampe von Bioledex und eine Kompaktleuchstofflampe von Müller Licht. Sie seien eindeutig zu dunkel gewesen. Einige Lampen haben eine schlechtere Note erhalten, da sie zu lange bräuchten, bis das Licht angemessen hell sei. dpa
Weitere Infos vom Bundesamt für Strahlenschutz
Umweltbundesamt zu Energiesparlampen
Broschüre zum Glühlampenausstieg (pdf)
Stiftung Warentest zu Energiesparlampen
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