Ein von Maden zerfressener Wiener erregt die Gemüter. Ein Forensiker äußert jetzt Zweifel daran, dass die Tiere die Todesursache waren. Sein Verdacht geht in eine andere Richtung.
Ein angeblich von Maden zerfressener Wiener erregt die Gemüter. Ein Forensiker äußert jetzt Zweifel daran, dass die Tiere die Todesursache waren. Sein Verdacht geht in eine andere, wenngleich nicht schönere Richtung.
Ersten Berichten zufolge, hätten sich die Maden durch den lebenden Mann über Wochen hindurchgefressen. Die Lebensgefährtin des 61-Jährigen soll täglich neben dem von Maden Befallenen gelegen haben.
Die Maden können den Tod des Mannes aber nicht verursacht haben, erklärt der Grazer Gerichtsmediziner Peter Leinzinger gegenüber steiermark.orf.at: "Daran stirbt man nicht, Maden können sogar bei der Reinigung schwer heilender Wunden helfen, indem sie totes Gewebe wegfressen." Diese Methode erlebe derzeit gar eine Wiederbelebung in der Chirurgie.
Was Leinzinger zweifeln lässt, ist der Fakt, dass Fliegen ihre Eier nur in totes Material ablegen. Dies sei nichts Neues, Gerichtsmediziner würden dies im Sommer alle paar Tage sehen. Dass aber Tiere Körper durchfressen oder Organe befallen würden, so Leinzinger gegenüber steiermark.orf.at, seien "Horrorgeschichten".
Auch in den wenigen Fällen, in denen überhaupt lebende Menschen betroffen sind, legen Fliegen ihre Eier nur in bereits totes Gewebe. Deshalb vermutet der Forensiker, dass der Mann ein offenes Druckbandgeschwür gehabt haben müsse. Angezogene Fliegen hätten dabei von der enormen Hitze der vergangen Tage profitiert. Insgesamt sei das Problem die schwere Pflegevernachlässigung seitens der Lebensgefährtin gewesen. AZ
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