Albert II. von Monaco schließt den Bund fürs Leben. Berichte, dass es eine Krise mit seiner Verlobten Charlene Wittstock gebe, können den Fürsten nicht beirren.

Die Frage war dem Fürsten schon so oft gestellt worden, dass er sie nicht mehr hören konnte. «Keine Sorge», nahm Albert II. von Monaco sie in Interviews bisweilen vorweg: «Ich werde heiraten.» Tatsächlich glaubte aber irgendwann kaum noch jemand daran, dass der ewige Junggeselle jemals den Bund der Ehe eingehen würde.
Unzählige Abenteuer und Liebschaften wurden dem Sohn von Hollywoodstar Grace Kelly und Fürst Rainier III. im Laufe der Jahre nachgesagt, und aus zwei Affären ging Albert als Vater hervor. Eine Affäre könnte nun auch für eine schwere Beziehungskrise mit seiner Verlobten Charlene Wittstock gesorgt haben, die Albert II. am Wochenende heiraten will.
Das Magazin «Express» berichtete auf seiner Website, dass Wittstock die Hochzeit absagen wollte, weil das Privatleben von Albert «nicht so beispielhaft» sei, wie sie dachte. Der «Express» spekulierte über eine Affäre des 53-Jährigen oder «noch mehr». Doch schon wenige Stunden nachdem der Bericht im Internet stand, erschien der Fürst zusammen mit seiner Verlobten, die er sanft am Arm hielt, zu einer Probe für seine Hochzeit. Ein Auftritt, der wohl nach einem Dementi aussehen sollte.
Seine Eltern hatten Albert von Kindesbeinen an auf die Thronfolge vorbereitet. «Wir haben beschlossen, dass Albert sich zusammen mit den anderen auf den Hosenboden setzen soll», erklärte Rainier III. zu gegebener Zeit und meinte damit, dass der Junge anders als er selbst in Monaco zur Schule gehen werde und nicht etwa auf ein ausländisches Internat.
Nach dem Abitur ging «Albie», wie seine Mutter ihn nannte, zum Studieren in die USA und legte am Amherst College in Massachusetts ein Diplom in Politikwissenschaft ab. Der zweisprachig aufgewachsene Thronfolger, der nach eigenen Worten «eine liberale Erziehung auf die amerikanische Art» genoss, kehrte erst nach dem Unfalltod seiner Mutter 1982 in seine Heimat zurück. Sein offener, für einen Staatsmann lässiger Charakter ist sicher beeinflusst von seiner Liebe zu Amerika. Dazu passt, dass er eigentlich Cowboy werden wollte, wie er sagt. Oder zumindest Schauspieler wie John Wayne.
Charlene Wittstock ist 20 Jahre jünger
Weil beides nicht in Frage kam, verausgabte sich der Thronfolger jahrelang beim Sport. Albert II. spielte Handball, Tennis und Squash, ging Segeln, Fechten und Skilaufen, machte Judo und Leichtathletik, fuhr die Rallye Paris-Dakar und vertrat sein Land fünfmal als Bobpilot bei den Olympischen Winterspielen. Vor diesem Hintergrund ist es nur logisch, dass der Monegasse sich schließlich eine Spitzensportlerin als Ehefrau aussuchte - die 20 Jahre jüngere südafrikanische Schwimmerin Charlene Wittstock. Charlene sei mit «den Werten des Sports» groß geworden, schwärmt der Fürst.
Der Fürst ist kein Kind von Traurigkeit
Laute Töne sind dem mittleren Kind von drei Geschwistern zuwider. Er sei vor allem im Vergleich zu seinem Vater «versöhnlicher, wohlwollender», sagt Albert II., der als Kind stotterte. Noch heute müsse er bisweilen nach einem Wort suchen, gibt der Fürst zu. Dennoch war auch er kein Kind von Traurigkeit, auch wenn seine Affären nicht so viele Klatschspalten füllten wie die seiner Schwestern Caroline und Stéphanie. Mit einer Kellnerin aus den USA hat der Landesvater eine 19-jährige Tochter, mit einer früheren Flugbegleiterin aus Togo einen siebenjährigen Sohn. Albert steht mittlerweile zu seinen Kindern. Weil aber keines der beiden aus einer rechtmäßig geschlossenen Verbindung entstammt, haben sie keinen Anspruch auf den Thron.
Die standesgemäße Familie plant der Staatschef mit seiner künftigen Frau. «Wir hoffen, bald ein Kind zu bekommen», sagte die 33-jährige jüngst. Bleibt abzuwarten, ob die zukünftige Fürstin trotz der jüngsten Krisengerüchte daran festhält. afp
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