Sonntag, 26. Mai 2013

30. Juni 2011 08:56 Uhr

Hochzeit in Monaco

Fürst Albert II. lässt sich durch Krisengerüchte nicht beirren

Albert II. von Monaco schließt den Bund fürs Leben. Berichte, dass es eine Krise mit seiner Verlobten Charlene Wittstock gebe, können den Fürsten nicht beirren.

Charlene Wittstock und Prinz Albert: Krisengerüchte begleiten die Tage vor ihrer Hochzeit in Monaco.
Foto: dpa

Die Frage war dem Fürsten schon so oft  gestellt worden, dass er sie nicht mehr hören konnte. «Keine  Sorge», nahm Albert II. von Monaco sie in Interviews bisweilen  vorweg: «Ich werde heiraten.» Tatsächlich glaubte aber irgendwann  kaum noch jemand daran, dass der ewige Junggeselle jemals den Bund  der Ehe eingehen würde.

Unzählige Abenteuer und Liebschaften wurden  dem Sohn von Hollywoodstar Grace Kelly und Fürst Rainier III. im  Laufe der Jahre nachgesagt, und aus zwei Affären ging Albert als  Vater hervor. Eine Affäre könnte nun auch für eine schwere  Beziehungskrise mit seiner Verlobten Charlene Wittstock gesorgt  haben, die Albert II. am Wochenende heiraten will.

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Das Magazin «Express» berichtete auf seiner Website, dass  Wittstock die Hochzeit absagen wollte, weil das Privatleben von  Albert «nicht so beispielhaft» sei, wie sie dachte. Der «Express»  spekulierte über eine Affäre des 53-Jährigen oder «noch mehr». Doch  schon wenige Stunden nachdem der Bericht im Internet stand,  erschien der Fürst zusammen mit seiner Verlobten, die er sanft am  Arm hielt, zu einer Probe für seine Hochzeit. Ein Auftritt, der  wohl nach einem Dementi aussehen sollte.

Seine Eltern hatten Albert von Kindesbeinen an auf die  Thronfolge vorbereitet. «Wir haben beschlossen, dass Albert sich  zusammen mit den anderen auf den Hosenboden setzen soll», erklärte  Rainier III. zu gegebener Zeit und meinte damit, dass der Junge  anders als er selbst in Monaco zur Schule gehen werde und nicht  etwa auf ein ausländisches Internat.

Nach dem Abitur ging «Albie», wie seine Mutter ihn nannte, zum  Studieren in die USA und legte am Amherst College in Massachusetts  ein Diplom in Politikwissenschaft ab. Der zweisprachig  aufgewachsene Thronfolger, der nach eigenen Worten «eine liberale  Erziehung auf die amerikanische Art» genoss, kehrte erst nach dem  Unfalltod seiner Mutter 1982 in seine Heimat zurück. Sein offener,  für einen Staatsmann lässiger Charakter ist sicher beeinflusst von  seiner Liebe zu Amerika. Dazu passt, dass er eigentlich Cowboy  werden wollte, wie er sagt. Oder zumindest Schauspieler wie John  Wayne.

Charlene Wittstock ist 20 Jahre jünger

Weil beides nicht in Frage kam, verausgabte sich der Thronfolger  jahrelang beim Sport. Albert II. spielte Handball, Tennis und  Squash, ging Segeln, Fechten und Skilaufen, machte Judo und  Leichtathletik, fuhr die Rallye Paris-Dakar und vertrat sein Land  fünfmal als Bobpilot bei den Olympischen Winterspielen. Vor diesem  Hintergrund ist es nur logisch, dass der Monegasse sich schließlich  eine Spitzensportlerin als Ehefrau aussuchte - die 20 Jahre jüngere  südafrikanische Schwimmerin Charlene Wittstock. Charlene sei mit  «den Werten des Sports» groß geworden, schwärmt der Fürst.

Der Fürst ist kein Kind von Traurigkeit

Laute Töne sind dem mittleren Kind von drei Geschwistern  zuwider. Er sei vor allem im Vergleich zu seinem Vater  «versöhnlicher, wohlwollender», sagt Albert II., der als Kind  stotterte. Noch heute müsse er bisweilen nach einem Wort suchen,  gibt der Fürst zu. Dennoch war auch er kein Kind von Traurigkeit,  auch wenn seine Affären nicht so viele Klatschspalten füllten wie  die seiner Schwestern Caroline und Stéphanie. Mit einer Kellnerin  aus den USA hat der Landesvater eine 19-jährige Tochter, mit einer  früheren Flugbegleiterin aus Togo einen siebenjährigen Sohn. Albert  steht mittlerweile zu seinen Kindern. Weil aber keines der beiden  aus einer rechtmäßig geschlossenen Verbindung entstammt, haben sie  keinen Anspruch auf den Thron.

Die standesgemäße Familie plant der Staatschef mit seiner  künftigen Frau. «Wir hoffen, bald ein Kind zu bekommen», sagte die  33-jährige jüngst. Bleibt abzuwarten, ob die zukünftige Fürstin  trotz der jüngsten Krisengerüchte daran festhält. afp

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