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03. April 2009 09:57 Uhr

UN kritisiert Afghanistan

Gesetz schreibt Frauen Sex vor

Die UN übt scharfe Kritik an Afghanistan. Ein Gesetz schreibt dort Frauen offenbar vor, wie oft sie mit ihrem Mann zu schlafen haben.

Frau in Afghanistan.

Die UN-Menschenrechtlerin Navi Pillay hat den afghanischen Präsidenten Hamid Karsai scharf kritisiert, berichtet das Nachrichtenportal rp-online. Pillay moniere, dass Karsai am Donnerstag ein Gesetz durchgewunken habe, das Vergewaltigung in der Ehe erlaube.

Die Regelung betrifft die Schiiten im Land. Es zwingt Frauen dazu, "mindestens alle vier Tage mit ihrem Mann zu schlafen", so rp-online. Das Portal zitiert Artikel 132, der das Familienleben der afghanischen Minderheit regelt: "Solange der Mann nicht auf Reisen ist, hat er jede vierte Nacht das Recht auf Geschlechtsverkehr mit seiner Frau." Außerdem heiße es in dem Gesetz, dass die Frau den sexuellen Bedürfnissen ihres Mannes eine positive Antwort zu geben habe, außer wenn sie krank sei oder irgendeine Krankheit habe, die sich bei Geschlechtsverkehr verschlimmere.

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Der Frau werde dabei ebenfalls ein Recht auf sexuelle Befriedigung zugestanden, allerdings würden für sie andere Zeitvorgaben gelten. Der Mann solle höchstens vier Monate am Stück enthaltsam leben. Das Gesetz, das Frauen auch verbiete, ohne Erlaubnis ihres Ehemanns zu arbeiten oder Bildungseinrichtungen zu besuchen, erinnere an die Herrschaft der islamistischen Taliban in den 1990er Jahren, soll Pillay gesagt haben.

Das von Präsident Karsai ohne parlamentarische Debatte in Kraft gesetzte Gesetz soll in Kabul auf scharfe Kritik stoßen. Der Abgeordneten Fausia Kufi zufolge würden damit Frauenrechte untergraben, die nach dem Sturz des islamischen Taliban-Regimes im Jahr 2001 mühsam errungen worden seien.

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