Wetter
Fr.
-9°C
Wetter
Sa.
-8°C

31. März 2009 11:57 Uhr

Büros durchsucht

Groß-Razzia nach Kölner Archiv-Einsturz

Im Zuge der Ermittlungen nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs hat die Staatsanwaltschaft am Dienstag in ganz Deutschland Büroräume durchsucht.

Groß-Razzia nach Kölner Archiv-Einsturz
Foto: DPA

Die Razzia galt unter anderem der Zentrale der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) sowie den Büros der am Kölner U-Bahn-Bau beteiligten Bauunternehmen. Über 200 Polizisten waren beteiligt, sagte Oberstaatsanwalt Günther Feld. Durchsuchungen gab es unter anderem in Frankfurt am Main, Berlin, München, Essen, Düsseldorf, Karlsruhe, Wiesbaden, Erfurt, Dillenburg, Ratingen und Hilden.

Der Einsturz des Stadtarchivs, bei dem zwei Menschen umgekommen waren, wurde vermutlich durch den U-Bahn-Bau ausgelöst. Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und der Baugefährdung gegen Unbekannt. Die Durchsuchungen seien unumgänglich gewesen, obwohl sich die Beteiligten bisher kooperativ gezeigt hätten, sagte Feld. «Es besteht nach wie vor kein Anfangsverdacht gegen eine bestimmte Person.»

ANZEIGE

Die Nachricht von der Razzia überraschte den Aufsichtsrat der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) während einer Krisensitzung. Dabei stand die mögliche Abberufung des technischen Vorstands Walter Reinarz (CDU) auf der Tagesordnung. Dieser steht in der Kritik, weil er wichtige Informationen über Grundwasserprobleme in der U-Bahn- Baustelle neben dem Archiv nicht weitergeleitet hatte.

Oberbürgermeister Fritz Schramma (CDU) fühlt sich deshalb «hintergangen». Die KVB stehen als Bauherr in der Verantwortung. Bei der Frage, ob Reinarz seinen Posten abgeben muss, spielen auch seine Bezüge eine Rolle, die möglicherweise weitergezahlt werden müssten.

Artikel kommentieren



Realität schlägt Witze