Samstag, 18. Mai 2013

23. April 2012 12:51 Uhr

Salafisten-Prediger Ibrahim Abou Nagie

Islamistischer Hassprediger bekommt Hartz IV

Salafisten-Prediger Ibrahim Abou Nagie bekommt seit Jahren staatliche Leistungen. Der islamistische Hassprediger ist seit Jahren im Visier des Verfassungsschutzes.

Salafisten, die vom Verfassungsschutz als radikal-islamisch eingestuft werden, beim Verteilen von kostenlosen Koran-Exemplaren in Berlin. Salafisten-Prediger Ibrahim Abou Nagie bekommt seit Jahren staatliche Leistungen. Symbolbild
Foto: Britta Pedersen dpa

Der Initiator der umstrittenen  Koran-Verteilaktion, Ibrahim Abou Nagie, bekommt nach eigenen Angaben seit Jahren finanzielle Unterstützung vom deutschen Staat. «Ich bekomme 1860 Euro pro  Monat», sagte der salafistische Prediger der «Bild»-Zeitung vom  Montag. «1200 Euro gehen direkt für die Miete drauf.»

Der in Köln wohnende Abou Nagie bestätigte damit einen Bericht  der «Stuttgarter Nachrichten», wonach er ausweislich  eines Aktenauszugs von NRW-Sicherheitsbehörden Hartz-IV-Empfänger  ist. Die Zeitung hatte die staatlichen Leistungen an den  Ex-Geschäftsmann auf 2300 bis 2500 Euro monatlich beziffert. Die zuständige Regionaldirektion der  Bundesanstalt für Arbeit in Düsseldorf  wollte sich mit Verweis auf den Datenschutz nicht zum  Hartz-IV-Bezug Abou Nagies äußern.

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Salafistenprediger Abou Nagie: Bis 2007 eine Firma gehabt

Abou Nagie gab dem Staat die Schuld daran, dass er von Hartz IV  leben müsse. Der «Bild»-Zeitung sagte der Palästinenser, der  demnach bis 2007 eine Firma für selbstklebende Folien gehabt haben  will: «Damals sollte ich 70.000 Euro nachzahlen. Das habe ich aber  aus Prinzip nicht gemacht. Danach hat der Staat meine Firma  bankrott gehen lassen.»

Verfassungsschutz beobachtet Salafisten

Der Verfassungsschutz sieht in der seit Wochen andauernden  Verteilung kostenloser Korane eine Propaganda-Offensive der  Salafisten zur Rekrutierung von Anhängern. Finanziert wird die  unter anderem in Fußgängerzonen stattfindende Verteilaktion nach  Angaben der Salafisten durch Spenden und den Verkauf von Koranen an  Muslime.

Salafisten sind Anhänger einer fundamentalistischen Strömung des  Islam. Sie streben nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden einen  islamischen Gottesstaat an, der mit der westlichen Demokratie  unvereinbar ist. Im Einzelfall akzeptieren sie demnach zur  Durchsetzung ihrer Ideologie auch den Einsatz von Gewalt. Die  Behörden gehen derzeit von rund 4000 Menschen im salafistischen  Umfeld in Deutschland aus. dpa/afp

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