Donnerstag, 27. November 2014

25. September 2011 16:00 Uhr

Prozess

Jackson-Arzt vor Gericht

Auf diesen Tag haben Jackson-Fans und die Familie des „King of Pop“ lange gewartet. Am Dienstag beginnt der vorerst letzte Akt in dem Justiz-Thriller um Michael Jacksons Tod.

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In dem Verfahren „People versus Conrad Murray“ (Das Volk gegen C. M.) sitzt der Herzspezialist Dr. Conrad Murray in Los Angeles wegen fahrlässiger Tötung auf der Anklagebank. Gleich nach dem Tod des Popstars am 25. Juni 2009 war er ins Visier der Polizei geraten.

Seither hat der Mediziner immer wieder seine Unschuld beteuert. Im Februar 2010, als erstmals Anklage erhoben wurde, und erneut im vergangenen Januar, als der Richter grünes Licht für den Prozess gab. „Euer Ehren, ich bin ein unschuldiger Mann“, sagte der 58-Jährige damals. Einen Vorgeschmack auf das Gerichtsdrama, das jetzt auf den Afroamerikaner zukommt, lieferte schon eine mehrtägige Anhörung im vorigen Januar. Jacksons Leibwächter sagte damals aus, Murray habe, als der Sänger schon ins Koma gefallen war, Ampullen beiseitegeschafft und erst dann den Notarzt gerufen. Er habe große Mengen des starken Narkosemittels Propofol bestellt, das gewöhnlich zur Betäubung bei Operationen eingesetzt wird, bestätigte ein Apotheker.

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Ein Gerichtsmediziner hielt dem Kollegen fatale Fehler und die Verletzung seiner Sorgfaltspflicht vor. Die Beweislast gegen Murray war so erdrückend, dass Richter Michael Pastor den Prozess anordnete und dazu ein sofortiges Berufsverbot verhängte. Die Todesursache ist unumstritten. Nach dem amtlichen Befund der Obduktion führte eine „akute Vergiftung“ mit dem Narkosemittel Propofol, dessen Wirkung durch Beruhigungsmittel noch verstärkt wurde, zum Herzversagen. Murray hatte in Polizeiverhören eingeräumt, Jackson regelmäßig seine „Milch“ gegeben zu haben. So nannte der Sänger das weißliche Betäubungsmittel, das ihm beim Einschlafen helfen sollte.

Die Hälfte der Juroren waren mal Fan von Michael Jackson

Sieben Männer und fünf Frauen im Alter von 32 bis 57 Jahren sollen als Juroren über Murrays Schicksal entscheiden. Die Hälfte von ihnen gab an, dass sie einmal Fans von Jacksons Musik waren. Ein Juror ist Afroamerikaner, fünf sind hispanischer Abstammung, die übrigen sechs sind weiß. Unter ihnen befindet sich ein Briefträger, ein Schulbusfahrer, ein Buchverkäufer und eine Marketing-Managerin. dpa

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