Sonntag, 17. Dezember 2017

06. Dezember 2017 15:47 Uhr

Frankreich

Johnny Hallyday ist tot: Emmanuel Macron gedenkt Rock-Ikone auf Twitter

Johnny Hallyday ist im Alter von 74 Jahren an Lungenkrebs gestorben. Der Sänger wurde in den 1960er Jahren zum Idol der französischen Jugend. Präsident Macron gedenkt dem Rockstar.

i

Johnny Hallyday erlag im Alter von 74 Jahren den Lungenkrebs.
Foto: Andreu Dalmau, dpa (Archiv)

An Johnny Hallyday, Frankreichs Rock-Ikone, scheiden sich die Geister. Im Laufe seiner mehr als 50-jährigen Karriere verkaufte er über 100 Millionen Platten und füllte mühelos Stadien. Vielen Franzosen aber war der Altrocker mit seiner Selbstdarstellung und seinem Jugendwahn auch peinlich. Nun ist das Urgestein der französischen Rockmusik im Alter von 74 Jahren gestorben.

Johnny Hallyday  ist tot: Emmanuel Macron gedenkt auf Twitter

"Noir c'est noir" (Schwarz ist Schwarz), "Cheveux longs idées courtes" (Lange Haare, kurze Ideen) und "Ma gueule" (Meine Fresse) heißen einige von Hallydays bekanntesten Songs. Seine Ausflüge in die deutsche Sprache wie "Ja der Elefant" von 1961 und "Lass die Leute doch reden" von 1965 sind dagegen in Vergessenheit geraten. In dieser Zeit absolvierte er seinen Militärdienst in einer französischen Kaserne im badischen Offenburg.

ANZEIGE

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zeigte sich auf Twitter betrübt über den Tod Hallydays. Macron erklärte, dass "in jedem von uns etwas von Hallyday" stecke. „Wir werden werden weder seinen Namen, noch seine Schnauze oder seine Stimme vergessen”, so der Präsident weiter.

Hallyday liebte es bombastisch: Seine aufwändigen Konzerte mit spektakulären Bühnen, Riesenleinwänden und Feuerwerk waren legendär. Mit den beiden anderen Chanson-Größen Jacques Dutronc und Eddy Mitchell tourte er noch in diesem Sommer unter dem Titel "Vieille Canailles" (Alte Halunken) durch Frankreich, Belgien und die Schweiz. In diesen französischsprachigen Ländern hatte Hallyday die meisten Fans.

Johnny Hallyday wurde für Frankreichs Jugend zum Idol

Der Sänger wurde am 15. Juni 1943 als Jean-Philippe Smet in Paris als Sohn eines belgischen Varieté-Künstlers und eines französischen Models geboren. Als seine Eltern sich trennten, kümmerte sich eine Tante um den Jungen. Schon früh interessierte er sich für den aus den USA kommenden Rock'n'Roll und trat mit Elvis-Presley-Songs auf.

Seine erste Platte mit dem Dalida-Cover "T'aimer follement" brachte Hallyday im Jahr 1960 auf den Markt. Bereits drei Jahre später spielte er bei einem Freiluftkonzert in Paris vor 150.000 Zuhörern. Für Frankreichs Jugend stieg er zum Idol auf; im konservativen Frankreich der De-Gaulle-Ära verkörperte er den wilden Rock'n'Roll.

Fast 50 Studio-Alben nahm der Sänger im Laufe seiner Karriere auf, rund 40 seiner Platten wurden mit Gold ausgezeichnet. Er wechselte von Rock'n'Roll zu Soul, Country, Blues und Pop, absolvierte rund 180 Tourneen und spielte auch in mehreren Kinofilmen mit.

Johnny Hallyday: Exzesse waren ihm anzusehen

Dem hageren Gesicht Hallydays waren die Exzesse seines Lebens anzusehen. Er selbst sagte einmal, er habe "alles ausprobiert". Er hatte vier Ehefrauen und zahllose Affären. Mit der rund 30 Jahre jüngeren Laeticia war er seit 1996 verheiratet.

Die Franzosen sahen ihm seine Exzesse weitgehend nach. Mit seiner Steuerflucht hingegen verprellte Hallyday viele. 2006 ließ er sich in einem Chalet im Schweizer Gstaad nieder, weitere Wohnsitze hatte er in Los Angeles und auf der Antillen-Insel Saint-Barthélémy.

Für Schlagzeilen sorgte der Rocker in den vergangenen Jahren vor allem mit Gesundheitsproblemen. Im Jahr 2009 überstand er einen Darmkrebs und ein künstliches Koma, in das er nach einer Bandscheiben-Operation versetzt werden musste. Nun ist er einem Lungenkrebs erlegen. afp/AZ

i

Schlagworte

Frankreich | Twitter | Paris | Offenburg | Belgien | Schweiz | USA


Alle Infos zum Messenger-Dienst