Internetmillionär Kim Schmitz ist vorerst wieder auf freiem Fuß. Der gebürtige Deutsche ist erleichtert, seine schwangere Frau zu sehen. Doch Schmitz drohen bis zu 20 Jahre Haft.

Mit Megaupload soll der aus Deutschland stammende Kim Schmitz 42 Millionen Dollar (rund 32 Millionen Euro) verdient haben. Die US-Behörden werfen Kim Schmitz Piraterie vor. Schmitz könnte dafür bis zu 20 Jahre ins Gefängnis wandern. Der 38-Jährige war in Neuseeland festgenommen worden. Doch nun ist Kim Schmitz wieder auf freiem Fuß - vorerst. Ein Richter in Auckland entschied am Mittwoch, dass keine Fluchtgefahr bestehe. Denn das gesamte Vermögen des Internetmillionärs Kim Schmitz sei beschlagnahmt. Die US-Behörden fordern die Auslieferung von Schmitz, unter anderem wegen Verletzung des Urheberschutzes und Betrugs.
Die Entscheidung des Richters vom Mittwoch ist ein Rückschlag für die US-Justiz, die eine Auslieferung der vier Megaupload-Verantwortlichen fordert. Eine Anhörung zu den Auslieferungsanträgen soll voraussichtlich am 20. August stattfinden. Der Anwalt von Schmitz, Paul Davison, sagte, sein Mandant sei entschlossen, weiter gegen die US-Vorwürfe zu kämpfen. Diese hätten «keinerlei substanzielle Basis». Schmitz selbst sagte, er sei erleichtert, seine drei kleinen Kinder und seine schwangere Frau wiederzusehen. Drei weitere am 20. Januar gemeinsam mit Schmitz festgenommene Verantwortliche des inzwischen geschlossenen Online-Speicherdienstes waren bereits zuvor auf Kaution freigekommen. Sie alle sollen sich massiver Internetpiraterie schuldig gemacht haben, da Megaupload das Herunterladen von urheberrechtsgeschützten Werken ermöglichte.
Richter Nevin Dawson hatte im Gegensatz zu zwei vorherigen Entscheidungen von Kollegen keine Bedenken, den 38-Jährigen auf freien Fuß zu setzen. Neben der Beschlagnahmung seines Vermögens sei auch seine Familie ein Grund, weshalb Schmitz ein Interesse daran habe, in Neuseeland zu bleiben, argumentierte Dawson. Als Auflage darf der 38-Jährige nicht ins Internet gehen und muss in seinem Anwesen in Auckland bleiben, es sei denn, es gebe einen medizinischen Notfall.
Megaupload von Kim Schmitz bot seinen Nutzern seit 2005 an, Daten im Internet zu speichern und dort auch anderen zur Verfügung zu stellen. Dies ist an sich nicht illegal. Allerdings wurde die Plattform auch dazu genutzt, Raubkopien etwa von Musik, Filmen und Software zu verbreiten. afp/AZ
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