Mittwoch, 22. November 2017

28. September 2011 18:01 Uhr

Fans trauern

Kein Denkmal aber ein Kondolenzbuch für Opposum Heidi

Das schielende Opposum Heidi wurde am Mittwoch eingeschläfert. Ihre Fans trauern um den süßen Medienliebling.

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Ihr unvergleichlicher Silberblick hat sie weltberühmt gemacht - Heidi, die schielende Beutelratte aus dem Leipziger Zoo. Dieser gab am Mittwoch eine traurige Erklärung ab: "Das schielende Opossum Heidi hat die Augen für immer geschlossen." Man wird für Heidi ein Kondolenzbuch auslegen. "Falls Besucher dies wünschen, können sie darin ihre Gefühle zum Tod von Heidi niederschreiben", sagte Zoodirektor Jörg Junhold.

Die dreieinhalb Jahre alte Beutelratte ist am Mittwoch eingeschläfert worden. "Ihr Zustand habe sich in den vergangenen Tagen «trotz intensiver medizinischer Betreuung zunehmend verschlechtert". Sie hatte Lähmungen an den Hinterbeinen, kam nicht mehr alleine an den Futternapf. "Wir haben uns heute Morgen entschlossen, das Tier zu erlösen", sagte Zoo-Chef Jörg Junhold. Der Körper der Beutelratte werde nach einer gründlichen tierärztlichen Untersuchung präpariert, sagte Junhold. Noch nicht entschieden sei, ob das Präparat für Besucher zu sehen sein wird.

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333.000 Facebook-Fans

Heidi mit dem Silberblick war zum Star des Leipzigers Zoos aufgestiegen. Auch im Ausland war sie ein Medienliebling. Bei der Oscar-Verleihung im Februar hatte sie im US-Fernsehen einen Auftritt als Orakel. 

Auf ihrer Facebook-Seite sammelte sie 333.000 Fans um sich. Es gab Plüsch-Heidis, ein Heidi-Handy-Spiel und Heidi-Kuchen. Ihr Einzug in die neue Tropenhalle Gondwanaland im Leipziger Zoo im Sommer war ein Medienspektakel. Ihre Fans meldeten sich nach Heidis Tod im Internet in allen möglichen Sprachen zu Wort und wünschten ihr vielfach: "R.I.P" - (Ruhe in Frieden).

Auf der Facebook-Seite der Augsburger Allgemeine trauerten ebenfalls Heidis Fans. Manuela Wolff wünschte ihr auch in Frieden zu runden und schrieb: "Hoofentlich hast du es jetzt im Tierhimmel besser." Die Nachricht vom Tod gefällt Sabine Nestler nicht. "Aber sie wurde wenigstens nicht noch länger gequält um durch die Medien gezogen zu werden...der Zoo hat sie Gott sei Dank eingeschläfert, als sie bemerkt haben das es nicht mehr anders geht! Dafür DANKE!!!" "Sie war so süß," schrieb Michael Günther und erklärte damit, warum viele so verrückt nach dem Tier waren. Andere User zeigten mit einem traurigen Smiley oder einem "Ohhhhh", dass sie der Tod des schielenden Opposums berührte.

Heidi starb an Altersschwäche

Heidis Ende kommt nicht überraschend: Seit gut vier Wochen waren deutliche Symptome von Arthrose aufgetreten. Die Tierärzte verordneten ihr Vitaminpräparate und andere Medikamente. "Wir haben alle machbaren Untersuchungen und Behandlungen durchgeführt, um die Ursache für die fehlende Mobilität abzuklären", teilte Junhold mit. Die einzige Erklärung lautete jedoch Altersschwäche - und dagegen waren die Tierärzte machtlos. Beutelratten leben in freier Wildbahn zwei bis drei Jahre, in Gefangenschaft können sie jedoch ein paar Jahre älter werden.

Heidi war erst voriges Jahr aus einem dänischen Zoo nach Deutschland gekommen - zur Sorge der Leipziger mit deutlich zu viel Pfunden auf den Rippen. Das Virginia-Opossum wurde auf Diät gesetzt. Das Übergewicht soll auch Ursache des Schielens gewesen sein - die Fettpolster drückten von hinten auf Heidis Augen.

Am Ende des Stollens, in dem Heidi in der Tropenhalle "Gondwanaland" ihr Quartier hatte, werde auch ein Bild des verstorbenen Medienstars aufgestellt werden. Ein Denkmal wird sie aber nicht bekommen. AZ/ dapd/dpa

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