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14. Februar 2008 15:25 Uhr

Wohnhausbrand in Ludwigshafen

Keine Zeugen, hunderte Hinweise und nur eine Gewissheit

Viel ist es nicht, was die Sonderkommission bisher zu dem verheerenden Brand in Ludwigshafen herausgefunden hat. Nur in einem Punkt ist sie sich sicher.

Neun Menschen starben bei dem Wohnhausbrand in Ludwigshafen.

Ludwigshafen (dpa) - Eineinhalb Wochen nach der Brandkatastrophe in Ludwigshafen mit neun Toten ist die Ursache für das Feuer weiter ungeklärt. «Wir schließen nichts aus zur Zeit», sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Frankenthal, Lothar Liebig, am Donnerstag in Ludwigshafen. Wann es ein Ergebnis der Untersuchungen geben werde, könne er derzeit noch nicht sagen. Liebig schloss nicht völlig aus, dass die Brandursache ungeklärt bleiben könnte. «Wir stecken noch mitten in den Ermittlungen», sagte er.

Klar ist demnach bislang nur, dass das Feuer im Keller des von Türken bewohnten viergeschossigen Hauses ausbrach. Der genaue Zeitpunkt, an dem der Brand entstand, ist noch offen. Liebig sagte, die Befragung von zwei acht und neun Jahre alten Mädchen, die einen Brandstifter gesehen haben wollen, sei noch nicht beendet. Er könne auch noch nicht sagen, ob auf der Basis der Aussagen ein Phantombild erstellt werden kann. Liebig betonte, in dem Haus seien keine Hinweise auf Brandbeschleuniger gefunden worden. Neben Brandstiftung ziehen die Ermittler auch einen technischen Defekt in Betracht.

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Liebig berichtete von einem Schreiben an die Zeitung «Mannheimer Morgen», in dem sich ein «Deutscher Widerstand» zu einem Anschlag auf das Haus bekennt. Liebig sagte, dabei handele es sich eindeutig um das Schreiben einen Trittbrettfahrers. «Wir haben es nicht mit einem Bekennerschreiben zu tun.» Bei dem Brand waren am 3. Februar neun Frauen und Kinder ums Leben gekommen. 60 Menschen wurden verletzt. Nach Angaben der Polizei befinden sich zur Zeit noch sechs Menschen in stationärer Behandlung.

Die Ermittler suchen weiter nach Fotos und Videos, die vor dem Ausbruch des Brandes entstanden sind. Bislang seien schon mehr als 100 Bilder eingegangen, sagte Liebig. Der rund 80-köpfigen Sonderkommission «Danziger Platz» liegen bislang fast 150 Spuren vor, von denen gut 100 abgearbeitet seien. Dazu zählten zum Beispiel Hinweise aus der Bevölkerung, aus den Medien und aus Zeugenbefragungen, sagte ein Polizeisprecher. Der Leiter der Ermittlungsgruppe, Eberhard Weber, bezeichnete es als ein Problem, dass viele Zeugen nur über mehrere Ecken etwas gehört haben wollen.

Unterdessen ging die Untersuchung des Schutts der Brandruine weiter. Die Ermittler erhoffen sich auch davon Erkenntnisse zur Brandursache. Auf einem Spendenkonto der Stadt für die Hinterbliebenen der Opfer sind nach Angaben von Oberbürgermeisterin Eva Lohse (CDU) mittlerweile mehr als 157.000 Euro eingegangen.

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