Mord, versuchter Mord und Sprengstoffbesitz: Die Staatsanwaltschaft von Colorado hat James Holmes, dem mutmaßlichen Kino-Amokläufer bei einer Anhörung am Montag insgesamt 142 Anklagepunkte zur Last gelegt. Die Staatsanwaltschaft erwägt nach eigenen Angaben, die Todesstrafe für Holmes zu fordern. Eine Entscheidung darüber muss spätestens 60 Tage nach der Anklageerhebung fallen.
Holmes soll kurz nach Mitternacht am 20. Juli bei einer Premierenvorstellung des neuen «Batman»-Films in Aurora nahe Denver wahllos ins Publikum geschossen haben. Dabei wurden zwölf Menschen getötet und 58 weitere verletzt. Die Polizei hatte den 24-jährigen Studenten kurz nach der Tat auf dem Parkplatz des Kinos gefasst. Zehn Überlebende des Massakers wurden am Montag weiter im Krankenhaus behandelt, vier von ihnen befanden sich in kritischem Gesundheitszustand.
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Die Motive liegen im Dunkeln
Nach wie vor liegen die Motive der Tat völlig im Dunkeln. Kaum ein anderer Amoklauf hatte die Amerikaner in den vergangenen Jahren derart erschüttert wie das Blutbad während einer «Batman»-Vorstellung. Zugleich wurden Stimmen nach strengeren Waffengesetzen laut. Die Staatsanwaltschaft hatte bereits erklärt, sie wolle prüfen, ob sie die Todesstrafe fordert. Im Zentrum des juristischen Ringens dürfte unterdessen die Frage stehen, ob der ehemalige Student überhaupt zurechnungsfähig ist.
Sorgfältig geplante Tat
Holmes soll bei einem Überfall auf ein Kino zwölf zumeist junge Zuschauer erschossen und weitere 58 verletzt haben. Außerdem hatte er nach Angaben der Polizei in seiner Wohnung Sprengfallen aufgestellt, die ebenfalls Menschen töten sollten. Er habe über Monate hinweg Waffen und Munition gesammelt, seine Tat erscheine daher sorgsam geplant. Das gilt als Mordmerkmal. Wie US-Medien berichteten, soll Holmes in psychiatrischer Behandlung gewesen sein. Zudem soll er Schreiben mit angeblichen Mordplänen und Gewaltfantasien an eine Psychiaterin der Universität geschickt haben.
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Bei einer Schießerei in einer Grundschule in Newtown sind am 14. Dezember 2012 27 Menschen getötet worden, darunter 20 Kinder. Die Bluttat ist eine der schwersten in der jüngeren US-Geschichte. Ein Überblick über die folgenschwersten Fälle:
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1. August 1966: Ein geistesgestörter Heckenschütze tötet an der University of Texas in Austin 16 Menschen, bevor er von der Polizei erschossen wird.
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18. Juli 1984: In einem McDonald's-Restaurant im kalifornischen San Ysidro schießt ein arbeitsloser Wachmann um sich. 21 Menschen sterben.
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16. Oktober 1991: Ein Mann rast mit seinem Pick-Up-Truck durch die Frontscheibe eines Restaurants im texanischen Killeen. Anschließend feuert er dort um sich und tötet 22 Menschen. Der Täter richtet sich selbst durch einen Kopfschuss.
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20. April 1999: An der Columbine-Schule in Littleton im US-Bundesstaat Colorado erschießen zwei schwarz gekleidete und vermummte Jugendliche zwölf Mitschüler und einen Lehrer. Danach begehen sie Selbstmord.
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29. Juli 1999: Ein 44-jähriger Börsenspekulant tötet in Atlanta im Bundesstaat Georgia seine beiden Kinder und seine Frau. Anschließend eröffnet er in zwei Maklerbüros das Feuer und tötet neun Menschen, bevor er sich selbst richtet.
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21. März 2005: In Red Lake im US-Bundesstaat Minnesota richtet ein Jugendlicher in einer Schule ein Blutbad an und begeht anschließend Selbstmord. Neun Menschen sterben, unter ihnen fünf Schüler und eine Lehrerin. Zuvor hatte der Schüler seinen Großvater und dessen Lebensgefährtin getötet.
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2. Oktober 2006: Ein Amokläufer dringt in die Dorfschule in Nickle Mines im US-Bundesstaat Pennsylvania ein und ermordet dort fünf Mädchen der Religionsgesellschaft der Amish. Nach der Tat nimmt sich der 32-Jährige das Leben.
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16. April 2007: Bei dem bislang blutigsten Amoklauf an einer US-Hochschule sterben an der Virginia Tech in Blacksburg mindestens 33 Menschen, darunter der Täter.
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24. Dezember 2008: Ein Amokläufer im Weihnachtsmannkostüm erschießt auf einer Weihnachtsfeier in Covina, am Stadtrand von Los Angeles, neun Gäste und begeht Selbstmord.
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10. März 2009: Im US-Südstaat Alabama erschießt ein Amokläufer an mehreren verschiedenen Tatorten mindestens zehn Menschen, bevor er sich selbst tötet.
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3. April 2009: In der Stadt Binghamton im Bundesstaat New York erschießt ein Mann aus Vietnam in einem Zentrum für Einwanderer 13 Menschen.
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5. November 2009: Ein Militärpsychiater eröffnet in einer US-Militärbasis in Texas das Feuer und löst die bislang größte Schießerei auf amerikanischem Armeegelände aus. Der Mann mit palästinensischen Wurzeln tötet 13 Menschen und verletzt 42 weitere, bevor er überwältigt werden kann.
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12. Oktober 2011: Im kalifornischen Badeort Seal Beach schießt ein Mann wegen eines Sorgerechtsstreits mit seiner Ex-Frau in einem Friseurladen um sich. Er tötet acht Menschen, darunter die Mutter seines Kindes.
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2. April 2012: Ein 43-jähriger Koreaner tötet in der religiösen Universität von Oikos im US-Bundesstaat Kalifornien sieben Menschen und verletzt drei weitere. Anschließend stellt er sich der Polizei. Die Opfer mussten sich in einer Reihe vor einer Mauer aufstellen, bevor sie hingerichtet wurden.
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20. Juli 2012: In einem Kino in Aurora im US-Bundesstaat Colorado eröffnet James Holmes während der Premiere des neues «Batman»-Films das Feuer. Mindestens 12 Menschen sterben, fast 40 werden verletzt. Der Amokläufer wird festgenommen.
Ist Holmes zurechungsfähig?
Schon Holmes erstes Erscheinen vor Gericht vergangene Woche hatte Spekulationen über seinen mentalen Zustand angefacht. Der Ex-Student der Neurowissenschaft hatte seine Haare grellrot gefärbt und machte einen #http://www.augsburger-allgemeine.de/video/?bcpid=1663899672001&bclid=1704093099&bctid=1750633730001#. Er sagte kein einziges Wort und ließ nur seine Pflichtverteidiger sprechen.
Die Todesstrafe ist in Colorado selten
Nach Ansicht von Staatsanwältin Carol Chambers könne es bis zum Beginn der Hauptverhandlung bis zu einem Jahr dauern. Es sei sehr umfangreiches Beweismaterial zu prüfen. Juristische Beobachter erwarteten, dass die Todesstrafe gefordert wird. Sie muss in Colorado innerhalb von 60 Tagen nach der Anklageerhebung beantragt werden. Allerdings wird sie in diesem Bundesstaat äußerst selten verhängt. Zu einer juristischen Kontroverse dürfte es auch über die angeblichen Schreiben des Angeklagten an seine Psychiaterin kommen. Die Anwälte machten geltend, es handele sich um vertrauliche Dokumente. Die Veröffentlichung gefährde einen fairen Prozess.

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Trauer in den USA nach Amoklauf bei Batman-Filmpremiere.

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Trauer in den USA nach Amoklauf bei Batman-Filmpremiere.

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Trauer in den USA nach Amoklauf bei Batman-Filmpremiere.
Schwangere erleidet Fehlgeburt
Erst am Sonntag war ein weiterer Schicksalschlag für eine Überlebende des Amoklaufs bekanntgeworden: Eine schwangere Mutter, die bei der Bluttat bereits ihre sechsjährige Tochter verloren hatte, erlitt eine Fehlgeburt. Nach Angaben der Zeitung «Denver Post» sei die Frau in der sechsten Woche schwanger gewesen. (AZ/dpa)
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