Der Kriminologe Christian Pfeiffer kritisiert die Haftverschonung der beiden Berliner U-Bahn-Schläger. Zugleich teilt er auch kräftig gegen Thilo Sarrazin aus.

Christian Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, kritisiert die Haftverschonung für den Berliner U-Bahn-Schläger. das sei ein falsches Signal nach außen. Im ARD-Morgenmagazin sagte Christian Pfeiffer am Mittwoch: «Ich kann nicht nachvollziehen, dass der junge Mann heute wieder ganz normal in die Schule geht, als ob nichts wäre.» Es wirke so, als ob der Staat schwach sei. Mit dem Vorwurf des versuchten Totschlags wäre Pfeiffer zufolge eine Fluchtgefahr problemlos zu begründen gewesen.
Pfeiffer: Schuld an Situation ist Thilo Sarrazin
Von dem diskutierten Warnschuss-Arrest hält der Kriminologe nichts. Wer Abschreckung wolle, brauche eine starke Polizei, sagte er. Laut Christian Pfeiffer habe die Stadt Berlin «leider nicht» diese Sitation. Lediglich bei 60 Prozent liege in Berlin die Aufklärungsquote bei Gewalttaten. Schuld an dieser Situation, so Pfeiffer, sei Ex-Senator Thilo Sarrazin (SPD), in dessen Amtszeit die Zahl der Beamten um rund ein Fünftel gekürzt worden sei.
Nach dem Überfall auf einen 29-Jährigen auf dem U-Bahnhof Friedrichstraße hatten sich am Wochenende beide Tatverdächtige gestellt und die Tat gestanden. Gegen den 18-jährigen mutmaßlichen Haupttäter erging Haftbefehl, er kam aber unter Auflagen auf freien Fuß. Gegen ihn wird wegen versuchten Totschlags ermittelt. Der Gymnasiast gab an, betrunken gewesen zu sein. Er soll das Opfer verprügelt und bis zur Bewusstlosigkeit getreten haben. Gegen seinen gleichaltrigen mutmaßlichen Komplizen wird wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Das Opfer konnte das Krankenhaus mittlerweile wieder verlassen. dapd
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