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08. März 2010 08:34 Uhr

Reform-Internat Odenwaldschule

Lehrer teilten sich Schülerin offenbar als Sex-Gespielin

Immer mehr Missbrauchs-Fälle an Schulen werden bekannt: In einem Reform-Internat sollen sich zwei Lehrer eine Schülerin als sexuelle Gespielin geteilt haben.

Die Odenwaldschule.

Beim massenhaften sexuellen Missbrauch im Reform-Internat Odenwaldschule waren nach Informationen der «Frankfurter Rundschau» (Montag) auch Mädchen unter den Opfern.

Die Zeitung beruft sich auf einen ehemaligen Schüler. In einem Fall sollen sich zwei Lehrer ein Mädchen als sexuelle Gespielin «geteilt» haben. «Es ging da in all den Jahren sehr freizügig zu», zitiert die «FR» den Zeugen. In mehreren Fällen sollen Lehrer ihre jugendlichen Geliebten später auch geheiratet haben.

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Der Ex-Lehrer Salman Ansari prangerte die Ausnutzung der Machtposition durch seine Kollegen an: Selbst wenn die Mädchen älter als 16 Jahre gewesen sein sollten, müsse man von sexuellem Missbrauch ausgehen. Da an der Reformschule der Lehrer gleichzeitig «Familienoberhaupt» sei, übernehme er für seine schutzbefohlenen Schüler eine Art Vaterrolle, die in diesen Fällen schamlos ausgenutzt worden sei.

Ein weiterer Schüler berichtete, wie Kritiker mundtot gemacht worden seien. Es habe in den 70er und 80er-Jahren eine regelrechte «Anti-Spießer-Hysterie» geherrscht, welche die Übergriffe erst möglich gemacht habe. Wer seinerzeit etwas bemerkt und gesagt habe, sei «sofort als Spießer geächtet worden. Das war grauenhaft», sagte der Mann der «FR». Eine unabhängige Kontrollinstanz habe es nicht gegeben. Im Grunde hätte die Schulleitung eingreifen müssen, dort aber habe der ebenfalls des Missbrauchs beschuldigte Rektor gesessen.

Zu weiterenMissbrauchsfällen in der Odenwaldschule haben sich am Wochenende vierweitere ehemalige Schüler gemeldet, sagte Direktorin Margarita Kaufmannam Montag in Heppenheim.

Darunter sei auch eine Frau. «IhreErfahrungen waren so schlimm, dass sie am Telefon weinte», sagteKaufmann. «Wir haben jetzt 24 Fälle, 23 Männer und eine Frau.» Sie gehtvon drei Lehrern als mutmaßlichen Tätern aus. Im Laufe des Montagssollte noch ein Brief an rund 900 Altschüler der vor 100 Jahrengegründeten Reformschule verschickt werden. dpa

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