Nach dem Auftreten des für Kleinkinder lebensbedrohlichen Krankenhauskeims MRSA hat die Intensivstation für Neugeborene an der Uniklinik Freiburg einen Aufnahmestopp verhängt.

Keime in Freiburger Baby-Intensivstation: Nach dem Auftreten des für Kleinkinder lebensbedrohlichen Krankenhauskeims MRSA hat die Intensivstation für Neugeborene an der Uniklinik Freiburg einen Aufnahmestopp verhängt. Für mindestens sechs bis acht Wochen werden keine neue Patienten aufgenommen, teilte die Klinik am Donnerstag in Freiburg mit.
Bei vier der insgesamt zwölf Babys auf der Freiburger Station waren MRSA-Erreger festgestellt worden. Sie sind gegen viele Antibiotika resistent. Die vier betroffenen Babys konnten jedoch schnell geheilt werden, hieß es. Die Station betreut Kinder, die vor der 28. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen.
"Wir greifen zu drastischen Maßnahmen, um das Problem rasch zu lösen und um weiteren Schaden von Patienten abzuwenden", sagte der stellvertretende Ärztliche Direktor der Uniklinik, Gerd Walz. Das am stärksten betroffene Baby sei mit einem wirksamen Antibiotikum behandelt, die drei anderen Kindern desinfiziert worden. Alle vier seien wieder gesund. Mit Spätfolgen sei nicht zu rechnen.
Die Uniklinik geht nach eigenen Angaben davon aus, dass der MRSA-Erreger durch das Personal oder durch Besucher auf die Station gelangte. Der Hygieneschutz sei daher noch einmal verstärkt worden, sagte der Leiter der Krankenhaushygiene, Markus Dettenkofer. So müssten alle Bediensteten und Besucher der Station Schutzkleidung, Handschuhe und Schutzmasken tragen. Zudem werde das gesamte Personal untersucht. Ziel der Aktion sei es, die Ursache der Infektion zu finden und damit eine weitere Ansteckungsgefahr zu bannen.
Bei MRSA handelt es sich um Methicillin-resistente Staphylokokken. Vor kurzem hatte eine tödliche Infektionswelle in Heidelberg bei Krebspatienten für Schlagzeilen gesorgt. In Bremen war die Frühchenstation geschlossen worden, nachdem es zu drei Todesfällen gekommen war. Diese Fälle seien mit der Freiburger Station aber nicht vergleichbar, betonte die Klinik. Größerer Schaden sei hier nicht entstanden, weil frühzeitig gehandelt worden sei. (dpa, AZ)
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