Mittwoch, 23. April 2014

15. April 2012 17:37 Uhr

Kriminalität

Menschenfleisch in Teig: Kannibalismus in Brasilien

Unwissentlich Kannibalen: Mehrere Brasilianer dürften Menschenfleisch gegessen haben, ohne es zu ahnen. Sektenmitglieder sollen es in Teigtaschen gefüllt verkauft haben. Ein Motiv für die Morde: zu viele Menschen auf dem Planeten.

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In einem Armenviertel ziert die Flagge Brasiliens die Wand eines Hauses. Foto: Fernando Bizerra Jr dpa

Mindestens fünf Frauen sollen die Mitglieder einer Sekte ermordet und ihr Fleisch dann gegessen oder verkauft haben. Ein festgenommenes Mördertrio habe dies gestanden, berichteten örtliche Medien am Sonntag. In einem von der Zeitung «Folha de São Paulo» veröffentlichten Video gibt eine 51-jährige Verdächtige an, zusammen mit ihrem gleichaltrigen Mann und dessen 25 Jahre alter Geliebter in fünf Tagen etwa zehn Kilogramm Menschenfleisch gegessen zu haben. Dies sei eine Art Ritual zur Seelenreinigung gewesen.

Wie die Polizei in der Stadt Garanhuns im Bundesstaat Pernambuco mitteilte, wurden die drei Verdächtigen am Freitag festgenommen. Sie hätten angegeben, einer Sekte namens Cartel (Kartell) anzugehören. Diese sei antikapitalistisch und gegen den Bevölkerungszuwachs. Der Mann habe zudem erklärt, sie hätten sich das Ziel gesetzt, jährlich drei kannibalistische Rituale durchzuführen. «Es war eine Mission, kein Blatt fällt vom Baum ohne Erlaubnis vom großen Gott. All diese Menschen sind jetzt rein und bei Gott», habe er gesagt.

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Das weiße Haus, in dem das Trio in Garanhuns lebte, wurde am Wochenende von zahlreichen Neugierigen besucht, die sich davor fotografieren ließen. Auf dem Grundstück hätten Ermittler vergrabene Leichenteile entdeckt, zwei der Opfer seien bereits identifiziert und am Samstag beigesetzt worden, berichtete die Zeitung «O Estado de São Paulo» in ihrer Online-Ausgabe. Es handle sich um eine 20-Jährige und eine 31-Jährige, die seit Anfang des Jahres vermisst worden seien.

In dem Haus lebte nach Medienberichten auch ein fünf Jahre altes Mädchen. Es soll die Tochter eines der Opfer sein. Der festgenommene Mann soll erzählt haben, er habe 2009 in einem Buch mit dem Titel «Enthüllungen eines Schizophrenen» auf detaillierte Weise beschrieben, wie er eine Frau umgebracht und deren Fleisch gegessen habe.

Die Polizei war dem Trio bei Ermittlungen zu einer der vermissten Frauen auf die Spur gekommen. Sie soll als Kindermädchen engagiert und dann getötet worden sein. Das Trio wurde gefasst, als es die Kreditkarte eines Opfers für Einkäufe in Garanhuns, 2500 Kilometer nördlich von Rio de Janeiro, benutzte. (dpa)

Bericht und Video «Folha de São Paulo»

Bericht «Estado»

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