Fast ein Jahr ist es her: Am 19. März 2011 starb Eisbär-Liebling Knut im Berliner Zoo. Mit Gedenkmünzen und Treffen an seinem ehemaligen Gehege wollen die Fans an ihn zurückdenken.


Millionen Menschen im Zoo Berlin und in der ganzen Welt erfreuten sich an Eisbär Knut. Auch am 19. März 2011 hatten sich viele Besucher des Berliner Zoos am Bärenfelsen versammelt. Doch einige Minuten später musste sie mit ansehen, wie der Besucherliebling starb.
Zuerst döste Eisbär Knut noch wohlig im Sonnenschein, doch der Idylle folgte binnen Sekunden die Tragik. Urplötzlich zuckte das Tier vor mehreren hundert Besuchern zuckte hoch, drehte sich im Kreis, schien zu tanzen. Einige Fans lachten, andere begriffen schneller und begannen zu schreien. Denn das an einer Virusinfektion im Gehirn tödlich erkrankte Tier taumelte hilflos, stürzte ins Wasser und ertrank. Die schrecklichen Bilder vom 19. März 2011 lassen viele Fans bis heute nicht los. Im Internet und über Telefonketten haben sich viele Knut-Freunde zum Gedenken an den einstigen Zoo-Star am Bärenfelsen verabredet - für diesen Sonntag (18. März/11 Uhr) sowie für Montag, den 1. Todestag (19. März/11 Uhr).
Obwohl sich der Zoologische Garten und sein Direktor Bernhard Blaszkiewitz daran eher nicht beteiligen wollen, ist das Knut-Gedenken höchst lebendig. Schon zum symbolischen fünften Geburtstag von Knut Anfang Dezember 2011 kamen einige hundert Besucher, die sich im Freundeskreis abends sogar in Restaurants in Zoo-Nähe versammelten und sich die vielen Geschichten aus der schönen Zeit mit Knut erzählten.
Auch am Grab des früheren Knut-Ziehvaters Thomas Dörflein auf einem Friedhof in Berlin-Spandau werden nun zum ersten Todestag des Bären wieder zahlreiche Menschen erwartet. Neben dem weißen Grabstein im Alter von nur 44 Jahren im September 2008 gestorbenen Tierpflegers des haben Knut-Freunde zu Ehren des Eisbären eine Gedenkstätte eingerichtet.
Zum Erinnerungskult gehört auch die erstmalige Ausgabe einer Knut-Gedenkmünze in Spiegelglanz und aus versilbertem Kupfer. Das Motiv «Knut - Der Träumer» zeigt den kleinen Knut entspannt auf einem weißen Granitfelsen. Auf der Rückseite ist der «Berliner Bär» zu sehen, ein Schriftzug erinnert an das Stadtjubiläum der Hauptstadt. Das Gedenkstück wurde am vergangenen Montag im Zoo Berlin von den Freunden der Hauptstadtzoos und der Staatlichen Münze präsentiert und ist auf dem Markt. Die Münze sei anlässlich des 775. Bestehens der Stadt Berlin geprägt worden, sagte Zoo-Direktor Bernhard Blaszkiewitz. Die Münze kostet nach Zoo-Angaben 12 Euro. Jeweils zwei Euro pro Exemplar sollen als Spende dem Zoo und Tierpark Friedrichfelde zu Gute kommen.



An seinem alten Gehege, wo Knut vor dem Umzug zu den drei ihm nicht wohlgesonnenen Bärinnen Nancy, Tosca und Katjuscha in Frieden lebte, haben Tierfreunde mit Zoo-Genehmigung eine Bank aufgestellt; mit dem Aufdruck «Zur Erinnerung an Eisbär Knut - Deine Freunde».
Einen Knut zum Anfassen, besonders für die Kinder, will der Zoo voraussichtlich im Juni aufstellen. Der Nürnberger Künstler Josef Tabachnyk arbeitet seit Februar an einer Bronzestatue, die den kleinen Knut darstellen soll, träumend auf einer Eisscholle. Das Motiv ist Vorbild für die Gedenkmünze.
Auf die Besichtigung des originalen Knut-Fells müssen die Fans aber noch warten. Nach dpa-Informationen ist noch keine Entscheidung darüber gefallen, in welcher Form der fachgerecht präparierte Knut-Körper im Berliner Naturkundemuseum künftig für das Publikum ausgestellt werden soll. Ein Skelettgerüst und das Fell werden dort in konservierender Lösung aufbewahrt. Die Leitung des Museums sucht noch nach einer Konzeption für ein Ausstellungsthema, in dessen Rahmen Knut dann präsentiert werden kann. dpa
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