Dienstag, 18. Juni 2013

11. Mai 2012 17:43 Uhr

Abhörskandal

Murdoch-Managerin Brooks legt Verhältnis zu Premier Cameron offen

Die frühere Murdoch-Verlagschefin Rebekah Brooks hat vor einem Untersuchungsausschuss ihre enge freundschaftliche Beziehung zu Premierminister David Cameron offengelegt.

Cameron (45) habe ihr häufig Handy-Kurznachrichten geschickt und meist mit dem Kürzel «DC» unterzeichnet, sagte die 43-Jährige am Freitag unter Eid im sogenannten Leveson-Ausschuss aus. Brooks hatte auf dem Höhepunkt der Abhöraffäre um Murdoch-Blätter 2011 zurücktreten müssen.

Brooks ist eine der Schlüsselfiguren in der Abhör- und Bestechungsaffäre um die Murdoch-Zeitungen

Mitunter habe der Regierungschef auch das Kürzel «LOL» unter seine SMS-Nachrichten gesetzt. Sie habe ihm dann aber erklärt, dass dies nicht etwa - wie von ihm vermutet - «Lots of Love» («Viel Liebe») bedeutet, sondern «Laughing out Loud» («Lautes Lachen»). Dann habe er nur noch mit «DC» unterschrieben. Im Internet machte umgehend nach der Aussage das Schlagwort «LoL-Gate» die Runde.

ANZEIGE

Die Frau mit der roten Lockenmähne gilt als eine der Schlüsselfiguren in der Abhör- und Bestechungsaffäre bei den Zeitungen des Murdoch-Imperiums «News of the World» und «The Sun». Bei beiden Blättern fungierte sie als Chefredakteurin, bevor sie als Vorstandschefin zur Zeitungsholding «News International» wechselte, in der neben den beiden Blättern auch die «Times» und die «Sunday Times» erschienen.

Cameron bedauert, dass er nicht loyaler sein konnte

Auf dem Höhepunkt der Abhöraffäre im vergangenen Sommer musste Brooks von ihrem Posten zurücktreten. Sie wurde inzwischen zwei Mal von der Polizei unter anderem wegen Korruptionsverdachts festgenommen und auf Kaution wieder freigelassen. Als sie zurücktreten musste, hätten sowohl Cameron als auch Schatzkanzler George Osborne sowie der frühere Premierminister Tony Blair ihr «indirekt» ihr Mitleid ausgedrückt. Cameron habe bedauert, dass er nicht loyaler zu ihr sein könne.

Der britische Regierungschef war in der Murdoch-Affäre wegen seiner Nähe zu Brooks mehrmals unter Druck geraten. Unter anderem hatte er zugeben müssen, bei einem gemeinsamen Ausritt auf dem Pferd gesessen zu haben, das Scotland Yard als Dauerleihgabe der Medienmanagerin gegeben hatte. dpa/AZ

Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.

Artikel kommentieren



Neu in den Foren