Ein knappes Jahr ist es her, dass bei einer Massenpanik auf der Loveparade in Duisburg 21 junge Menschen ums Leben kamen. Mit einem neuen Versuch wollen Duisburgs Bürger den amtierenden Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) abwählen. Dazu haben sie erneut eine Unterschriftenaktion gestartet.
Während der Loveparade am 24. Juli 2010 war am überfüllten Zugangstunnel zu dem Duisburger Veranstaltungsgelände eine Massenpanik ausgebrochen. 21 junge Menschen starben, mehr als 500 wurden verletzt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf fahrlässiger Tötung und Körperverletzung gegen Mitarbeiter der Stadt Duisburg, des Veranstalters Lopavent und der Polizei.
Kurz nach dem tragischen Ende der bekannten Technoveranstaltung im vergangenen Sommer wurden Rufe nach einem Rücktritt des Duisburger Oberbürgermeisters laut. Das Stadtoberhaupt müsse die politische Verantwortung übernehmen und zurücktreten, fordern seine Gegner seitdem immer wieder. Doch Sauerland hatte einen Rücktritt hingegen wiederholt abgelehnt.
Wie die Initiative "Neuanfang für Duisburg" mitteilte, sei die neue Unterschriftenaktion gut angelaufen. Das Duisburger Bürgerbegehren ist nach Angaben der Initiative "Mehr Demokratie NRW" das erste in Nordrhein-Westfalen zur Abwahl eines Oberbürgermeisters. Im vergangenen Jahr hatte im Duisburger Stadtrat ein Antrag auf Abwahl Sauerlands die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit verfehlt. Nach einer im Mai vom Düsseldorfer Landtag verabschiedeten Änderung der Gemeindeordnung ist nun jedoch eine Abwahl des umstrittenen OB durch die Bürger möglich.
Dazu müssen die Gegner Sauerlands innerhalb von vier Monaten 52. 000 Unterschriften zusammenbekommen, wie "Mehr Demokratie" weiter mitteilte. Sollte dies gelingen und Sauerland daraufhin nicht von sich aus zurücktreten, würde es einen Bürgerentscheid geben. Dann müssten 92.000 Duisburger für den Abwahlantrag stimmen. afp/AZ