Jörg Haider ist tot - und sorgt selbst bei seiner Beerdigung für Aufregung. Auf der Trauerfeier werden rechtsextreme Gäste befürchtet. Von Fabian Schweyher



Wien (fsc). Österreich will am Samstag bei einer öffentlichen Trauerfeier in Kärnten Abschied von dem Rechtspopulisten Jörg Haider nehmen. Bis zu 50.000 Menschen werden in Klagenfurt erwartet, wo im Vergleich 100.000 Menschen wohnen.
Jörg Haider, der am Samstag tödlich verunglückt war, sorgt auch nach seinem Ableben für Aufregung. Unter den möglichen Trauergästen werden rechte und umstrittene Politiker aus der ganzen Welt vermutet, zu der der Rechtspopulist teilweise Kontakt hatte.
Dass es keine normale Beerdigung werden wird, scheint für Landesamtsdirektor Reinhard Sladko klar zu sein, der für die Kärntner Landesregierung das Begräbnis organisiert. "Wir werden keinerlei Demonstrationen zulassen", kündigte er gegenüber FOCUS Online an.
Das Nachrichtenmagazin oe24.at spekuliert, dass etwa Jean-Marie Le Pen von der rechten französischen Front National an der Trauerfeier teilnehmen könnte. Außerdem gehandelt werden die neofaschistische Duce-Enkelin Alessandra Mussolini, der Chef der italienischen Lega Nord, Umberto Bossi, oder der Sohn des libyschen Revolutionsführers Muammar al-Gaddafi, Saif al Gaddafi.
Vom Donnerstag an wird Haiders Leichnam im Kärntner Landtag aufgebahrt, berichtet die österreichische Nachrichtenagentur APA. Am Samstag soll die Verabschiedung in Klagenfurt mit einem Trauerzug beginnen, am Neuen Platz werde anschließend im Dom das Requiem für Haider gefeiert. Seine Leiche soll verbrannt und die Urne im Bärental in Kärnten begraben werden.
An dem Trauerzug werden oe24.at zufolge mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Gruppe von SS-Veteranen teilnehmen. Zu Lebzeiten hatte Haider mit seiner Aussage empört, die Waffen-SS sei Teil der Wehrmacht gewesen und ihr komme daher alle Ehre und Anerkennung zu.
Bereits am vergangenen Sonntagabend hatte die Kärntner Bevölkerung einen Trauergottesdienst für den umstrittenen Haider gefeiert. Der Dom in Klagenfurt war bereits eine Stunde vor Beginn überfüllt, hunderte Menschen verfolgten die Messe auf dem Domplatz, die dorthin live übertragen wurde. Auch die Witwe Haiders und seine beiden Töchter waren anwesend.
Der Kärntner Landeshauptmann (Ministerpräsident) und Chef der rechten Partei Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ) war am frühen Samstagmorgen im Alter von 58 Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen.
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