Dienstag, 21. Oktober 2014

11. Februar 2010 15:43 Uhr

Vancouver

Olympische Spiele: Hoffnungen und Erwartungen

All das tritt in den Hintergrund, da die Games endlich beginnen: "Go,Canada, go!" So feuern die Kanandier ihre Athleten an. So steht esstadtauf landab auf Transparenten.

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Teil 2

All das tritt in den Hintergrund, da die Games endlich beginnen: "Go, Canada, go!" So feuern die Kanandier ihre Athleten an. So steht es stadtauf landab auf Transparenten.

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Auch in Silver Star, einem kleinen Nest mitten in den Monashee-Bergen, Ausläufer der Rocky Mountains. 500 Kilometer von Vancouver weg. Gerade mal 200 Menschen leben in der farbenfroh-putzig im viktorianischen Stil erbauten Siedlung im Sommer, die Zahl der Schwarzbären dürfte weit höher liegen... Wer jetzt im Winter gut eine Autostunde von Kelowna auf 1609 Höhenmeter hinauf fährt, der will zum Skilaufen. Aber auch hier - Olympia in aller Munde...

...bei Jedranka Delisimunovic aus Kroatien, die allabendlich in einer abgelegenen Hütte ohne Strom Touristen fein bekocht, die ihr Mann Josef mit dem Pferdeschlitten herauf kutschiert. Ob bei Emma Bulten, die seit drei Jahren diese Berggegend liebt und im "Bulldog's" arbeitet. Jeden Morgen serviert die 61-Jährige aus Appenzell in diesen letzten Tagen vor den Spielen just den Biathleten des Schweizer Nationalteams ein gesundes Frühstück - damit sie konditionsstark und treffsicher nach Vancouver weiter reisen können. Nur für die Trainer gibt es Ham and Eggs...

...bei Frank Berkers. Er ist 47, verließ seinen Käseladen in Holland und eröffnete in Silver Star die "Bugaboos Bakery". In sein Cafe kam am Eröffnungstag vor 14 Jahren "kein einziger Gast". Heute steht, so versichert er fest und augenzwinkernd, eine von nur drei italienischen Lavazza-Espressomaschinen in ganz British Columbia - und die Gästeschar steht Schlange, an guten Tagen bis vor die Tür. Neuester Stolz ist eine der olympischen Fackel, weiß geschwungen, oben noch voller Ruß.

"Vancouver 2010 - with glowing hearts" steht drauf. Saisonhelferin Kaitlyn hat sie mit "glühendem Herzen" getragen. "300 Meter bin ich mitgerannt", berichtet der hochgewachsene Holländer mit leuchtenden Augen, der jetzt mit einer Spendenbox für ihre Studiengebühren sammelt. Jetzt aber hat er erst ein anderes Problem: "Ich muss jetzt doch TV im Cafe installieren, sonst kommt kein Kunde mehr." Die bei ihm bisher so verpönten Flatscreens sind bestellt. "Und morgen kommt die Deko. Dann sieht hier alles nach Olympia aus."

Weiter zu Teil 3: Ein deutscher Auswanderer über das Leben in Kanada

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