Die Überweisung muss noch schnell gemacht werden, aber draußen regnet es und die Bank ist nicht um die Ecke? Kein Problem im Zeitalter des Internets und des Online-Bankings. Jeder Dritte nutzt die Bankführung per Mausklick. Aber nicht jeder achtet auf die nötigen Schutzmaßnahmen - die Zahl der Betrugsfälle im Online-Banking steigt, warnt die Stiftung Warentest.
Vom Nutzer unbemerkt können sich sogenannte "Trojaner" auf dem Computer einnisten. Ein solches Computer-Betrugs-Programm kann bei einer Überweisung die Nummer des Zielkontos und auch den zu überweisenden Betrag ändern. Nicht zu Unrecht haben deshalb viele ein mulmiges Gefühl, wenn sie Online-Banking nutzen
Fast 3.000 Betrugsanzeigen im Online-Banking im Jahr 2009 zählte der Bundesverband für Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) - fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Grund genug, sich mit den Sicherheitsvorkehrungen der Internet-Bankführung zu beschäftigen und zu checken, welche man selbst einhält.
Stiftung Warentest: Tipps zur sicheren Anwendung
Eine wichtiges Detail betont die Stiftung Warentest vorab: Der Nutzer hat auch eine Pflicht, wenn er im Betrugsfall das Geld erstattet haben will. Er sollte eine Antiviren-Software auf dem Rechner haben. Denn wenn der Kunde eine Antiviren-Software sowie eine Firewall einsetzt, muss er nicht haften, bestätigten zwei Landgerichte.
Bei der Anwendung gilt dann: Sorgfalt, Sorgfalt Sorgfalt. Wer aus Faulheit Sicherheitsmaßnahmen ignoriert, macht sich angreifbar. Die Stiftung Warentest hat in ihrer aktuellen Juni-Ausgabe das Online-Banking von A bis Z unter die Lupe genommen und gibt Tipps zur sicheren Anwendung:
Passwort: Mindestens acht Stellen sowie Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen sollte ein sicheres Passwort enthalten. Begriffe und Namen eignen sich nicht. Optimal sind die Anfangsbuchstaben eines Mottos oder eines Gedichts. Beispiel: "Online-Banking nutze ich vier Tage die Woche" ergäbe als Passwort "OBni4TdW".
Vorsicht: Passwörter, Pins und Tans sollten nicht auf dem Computer gespeichert werden und ebenso wenig sollte das gleiche Passwort für mehrere Zwecke benutzt werden.
Letzter Login: Nach dem Einloggen wird dem Kunden bei den meisten Banken angezeigt, wann er das letzte mal eingeloggt war. Deshalb ist es ratsam, die Richtigkeit dieses Zeitpunktes zu überprüfen.
Download: In Downloads von Gratis-Software können Trojaner versteckt sein. Deshalb sollten Nutzer neue Programme besser von sicheren Seiten wie etwa seriösen Computer-Zeitschriften herunterladen.
Eigener PC: Seine Bankgeschäfte sollte man nur am eigenen Rechner erledigen. Internetcafés eignen sich nicht dafür, weil der Nutzer Spuren hinterlässt, die dann gelesen werden können.
WLan: Das heimische WLan sollte verschlüsselt werden. W-Lan-Netze an öffentlichen Orten sind optimal für Betrüger, da sie dort gleich mehrere Opfer finden.
Weitere Tipps und Informationen zum Online-Banking lesen Sie im Juni-Heft der Stiftung Warentest oder auf der Homepage. (AZ)