Papst-Rücktritt wegen eines Schwulen-Netzwerks im Vatikan? Die italienische Zeitung "La Repubblica" schrieb am Donnerstag, Kardinäle in dem Netzwerk seien wegen ihrer "sexuellen Orientierung" durch Laien erpressbar gewesen. Die Zeitung bezieht sich auf einen 300-seitigen Geheimbericht zur sogenannten Vatileaks-Affäre, den drei Kardinäle am 17. Dezember dem Papst vorlegten.
Weder Dementis noch Kommentare
Einer von ihnen, Kardinal Julián Herranz aus Spanien, habe gegenüber Benedikt XVI. bereits am 9. Oktober das Wort "Homosexualität" geäußert. Vatikansprecher Federico Lombardi teilte mit, dass es derzeit zu entsprechenden Berichten weder "Dementis noch Kommentare noch Bestätigungen" gebe.
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Geburt: Joseph Aloisius Ratzinger wird am 16. April (Karsamstag) des Jahres 1927 in Markl (Oberbayern) geboren.
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Eltern: Vater Joseph war Gendarmeriemeisters und Mutter Maria Köchin.
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Erziehung: Joseph Aloisius Ratzinger wächst mit seinen beiden Geschwistern Georg und Maria in einem religiös geprägten Elternhaus auf.
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Umfeld: Das Umfeld von Joseph Ratzinger war sehr religiös. Sein Großonkel zum Beispiel war der Priester, Landtags- und Reichstagsabgeordnete und Schriftsteller Georg Ratzinger.
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Krieg: Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wird Joseph Ratzinger 1945 als Flakhelfer eingezogen.
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Studium: Ratzinger studiert von 1946 bis 1951 Philosophie und Theologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Freising und an der Universität München.
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Weihe: Kardinal Michael von Faulhaber weihte 1951 Joseph Ratzinger im Freisinger Mariendom zum Priester. Als Priester leitete er 30 Jahre die Regensburger Domspatzen.
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Habilitation: Ratzinger habilitiert 1957 in München über "Die Geschichtstheologie des heiligen Bonaventura".
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Professur: Ab 1959 ist Ratzinger Professor in Bonn, Münster, Tübingen und Regensburg.
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Bischof: 1977 beruft Papst Paul VI. Ratzinger zum Erzbischof von München und Freising. Er wählt als bischöfliches Motto «Mitarbeiter der Wahrheit».
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Hardliner: Papst Johannes Paul II. betraut ihn 1981 mit der Leitung der Römischen Glaubenskongregation, durch die er sich den Ruf eines strengen Glaubenswächters und in Deutschland auch den eines Hardliners erwirbt.
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Verzicht: Ratzinger verzichtet 1982 auf die Leitung der Erzdiözese München und Freising.
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Debatte: Für Aufsehen sorgt in Ratzingers ersten Dienstjahren im Vatikan die Auseinandersetzungen mit der Befreiungstheologie.
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Diskussionen: Die von Ratzinger verfasste Erklärung "Dominus Iesus", in der er die Einzigartigkeit der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus und die besondere Stellung der katholischen Kirche betont, sorgt 2000 für weltweite Debatten.
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Dekan: 2002 wird Ratzinger Dekan des Kardinalskollegiums.
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Tod von Johannes Paul II: Nach dem Tod des Papstes Johannes Paul II zelebriert Ratzinger 2005 die Totenmesse für den Verstorbenen und leitet das Konklave zur Wahl eines neuen Papstes.
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Papst: Ratzinger wurde nach nur 26 Stunden im vierten Wahlgang zum 265. Papst gewählt. Er trug fortan den Namen Benedikt XVI.
Außerdem gäben die drei Kardinäle keine Interviews. In der Vatileaks-Affäre waren geheime Dokumente des Papsts kopiert und aus dem Vatikan geschmuggelt worden. Sein Kammerdiener Paolo Gabriele wurde deswegen im Oktober zu 18 Monaten Haft verurteilt und später von Benedikt XVI. begnadigt.
Papst-Rücktritt am 28. Februar
Bis zum Rücktritt des Papsts am kommenden Donnerstag ist damit zu rechnen, dass in den Medien weiter über die Beweggründe des 85-jährigen Oberhaupts der katholischen Kirche spekuliert wird. Offiziell tritt Benedikt zurück, weil er sich dem Amt aus Alters- und Gesundheitsgründen nicht mehr gewachsen fühlt. (afp, AZ)

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1927: Joseph Aloisius Ratzinger wird am 16. April (Karsamstag) des Jahres 1927 in Markl (Oberbayern) geboren. Mit seinen beiden Geschwistern Georg und Maria wächst er in einem religiös geprägten Elternhaus auf. Das undatierte Bild zeigt ihn als Schüler Anfang der 1930er Jahre.
Foto: dpa

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1951: Kardinal Michael von Faulhaber (oben) legt am 29. Juni 1951 Joseph Ratzinger zur Priesterweihe im Freisinger Mariendom die Hände auf. Gemeinsam mit Joseph Ratzinger wird am selben Tag sein Bruder Georg zum Priester geweiht. Georg Ratzinger leitet als Priester 30 Jahre die berühmten Regensburger Domspatzen.
Foto: dpa/lby

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1960: Joseph Ratzinger sitzt in der Bibliothek des Seminars in Bonn. Ab 1959 ist Ratzinger hier Professor für Fundamentaltheologie. 1966 wechselte er an die Universität Tübingen, 1969 ging er nach Regensburg.
Foto: Archivfoto dpa/lby
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