In Peru sterben seit Februar Tausende von Pelikanen und Hunderte von Delfinen. Werden bald weitere Tierarten sterben? Es ist ein Jahr des Todes an der Küste Perus.



Ein rätselhaftes Tiersterben in Peru besorgt nicht nur Türschützer, sondern auch die Bewohner der Küstenregion. Sie meiden Strände und essen keinen Fisch mehr. Seit Februar dieses Jahres füllen sich die Strände Perus mit Tierkadavern - besonders Delfine und Pelikane sind betroffen. Auch Seevögel, Seelöwen und Pinguine sterben in größerer Zahl. Die Behörden können nur spekulieren und glauben, dass für den Menschen keine Gefahr bestünde.
Untersuchungen hätten bislang nur ergeben, dass die etwa 5000 Pelikane und anderen Vögel verhungert sind. Die Mägen der zumeist noch jungen Tiere waren mit Müll und Sand gefüllt. Dies ist laut Experten-Meinung ein Zeichen dafür, dass die Tiere in ihrer Verzweiflung alles gegessen hätten, was sie nur finden konnten. Bei den Delfinen ist die Todesursache jedoch noch nicht bekannt.
«Seit Februar beobachten wir eine Erwärmung der peruanischen Küstengewässer, und zwar als Zustrom äquatorialer Gewässer, wodurch sich das maritime Ökosystem verändert», sagt die Ozeanographin Carmen Grados vom peruanischen Meeresinstitut (Imarpe). Das Phänomen werde bis Juni dieses Jahres andauern.
In dem warmen Wasser tauchen die Beutefische der Seevögel, besonders Sardellen, in Schwärmen ab oder ziehen in kältere Regionen um. Für viele Pelikane werden sie so unerreichbar.
Im Falle der Delfine herrscht aber herrscht lähmende Ratlosigkeit. «Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen», sagte die Biologin Elisa Goya vom Meeresinstitut der Zeitung «La Republica». «Es liegt nicht am Fischfang durch den Menschen, denn die Tiere weisen keine Verletzungen auf.» Auch eine Verseuchung des Wassers durch Pestizide oder Schwermetalle komme nicht infrage. Forscher gehen davon aus, dass bisher rund 1000 der Meeressäuger verendet sind, während die peruanischen Behörden mehr als 800 gezählt haben.
Einer anderen Theorie zufolge könnte ein Verfahren, das Öl-Firmen für die Suche nach Ölvorkommen einsetzen, den Tod der Delfine ausgelöst haben. Die sogenannte Technik der 3-D-Seismik verursache unter Wasser einen extremen Lärm, den die geräuschempfindlichen Tiere nicht aushalten, stellen Naturschützer klar. Bestätigt ist die Theorie aber nicht.
März 2009: An einem Strand in Australien verendeten mehr als 140 Wale. Immer wieder gibt es diese Fälle, die Ursache ist unklar. Spekuliert wird über menschengemachte Signale in der Seefahrt, die die Tiere verwirren könnten.
stni
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