In Sydney hat die australische Polizei auf zwei Aborigine-Jugendliche geschossen und sie schwer verletzt, als sie mit einem gestohlenen Auto auf einen vollen Bürgersteig rasten.
Der 14-jährige Fahrer wurde an Brust und Arm getroffen, während sein 18-jähriger Beifahrer bei dem Vorfall am frühen Morgen am Hals verletzt wurde, wie die Polizei mitteilt. Demnach eröffnete die Polizei das Feuer, als die beiden Jugendlichen auf einen Bürgersteig gerast waren und eine 29-jährige Frau umgefahren und verletzt hatten.
Nach Angaben der Polizei hätten Beamte die Insassen des Autos als Jugendliche aus dem verarmten Vorort Redfern erkannt, in dem viele Aborigines leben. Um einer Festnahme zu entgehen, hätten die Jugendlichen das Auto auf den Gehweg gesteuert. Angesichts der zahlreichen Passanten hätten die Polizisten sich entschieden, auf den Fahrer zu schießen, sagte ein Sprecher. Ob dies die richtige Entscheidung war, müsse eine Untersuchung klären. Die Jugendlichen seien im Krankenhaus. Die Ärzte gingen davon aus, dass sie wieder voll genesen.
Polizei und Aborigine-Vertreter waren am Samstag in Sorge, dass der Vorfall Spannungen zwischen den Aborigines und der Polizei anheizt. 2004 hatte der Tod eines Aborigine-Jugendlichen in Redfern zu heftigen Ausschreitungen geführt. Ein Aborigine-Anführer in Redfern sagte, ein erstes Treffen zwischen Familien und der Polizei am Samstag sei gut verlaufen. Er sei hoffnungsvoll, dass es keine Unruhen geben werde. Die Aborigines sind die Ureinwohner Australiens. Sie haben eine kürzere Lebenserwartung, ein höheres Krankheitsrisiko und landen öfters in Haft. afp/AZ
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