Donnerstag, 14. Dezember 2017

20. Juni 2017 00:32 Uhr

Rennen

Raser sind gefasst

Drei Männer sollen Fußgänger auf dem Gewissen haben. Politiker fordern härtere Strafen

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Hier in Mönchengladbach wurde ein 38-Jähriger Opfer von Rasern.
Foto: dpa

Nach einem illegalen Autorennen mit einem getöteten Fußgänger in der Innenstadt Mönchengladbachs haben die Ermittler zwischenzeitlich drei mutmaßliche Raser festgenommen. Die Tat vom Freitagabend wird von der Staatsanwaltschaft als Mord bewertet, hieß es am Montag.

Bei den am Sonntagabend festgenommenen Tatverdächtigen handelt es sich um den 28-jährigen Unfallfahrer sowie zwei Fahrer im Alter von 22 und 25 Jahren. Während gegen den 28-Jährigen am Montagnachmittag Haftbefehl erlassen worden sei, sind die beiden anderen mutmaßlichen Raser der Polizei zufolge am Montag vorerst wieder freigelassen worden.

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Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der 28-Jährige den 38-jährigen Fußgänger am Freitagabend während eines illegalen Autorennens überfahren. Zunächst war die Polizei von lediglich zwei Rasern ausgegangen. Auch hatte sie den 28-Jährigen bereits vorübergehend festgenommen, ihn aber nach wenigen Stunden wieder freigelassen.

Der Fall entfachte die Debatte über Gesetzesverschärfungen neu. SPD-Bundesjustizminister Heiko Maas sagte der Rheinischen Post, illegale Autorennen seien „keine Bagatellen – das muss härter geahndet werden“. „Wir müssen alles tun, um die Menschen vor solchen Verrückten zu schützen.“ Die Zahl illegaler Autorennen ist ihm zufolge „im großen Ausmaß angestiegen“.

Es gibt bereits zwei Gesetzesinitiativen für eine Strafverschärfung – eine aus dem Bundesrat, die zweite vom Bundesverkehrsministerium. Hessens CDU-Justizministerin Eva Kühne-Hörmann kündigte an, das Thema auf die Tagesordnung der Justizministerkonferenz am Mittwoch und Donnerstag in Deidesheim zu setzen. (afp)

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