Donnerstag, 18. Januar 2018

24. Dezember 2017 08:52 Uhr

Zwischen den Tagen

Rauhnächte: Datum, Bedeutung und Bräuche

Die Rauhnächte - auch Raunächte geschrieben - gelten seit jeher als heilig und geheimnisumwittert, ja bisweilen als gefährlich für Leib und Seele. Was steckt dahinter?

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Zwischen Weihnachten und Heilig Drei König liegen die sogenannten Rauhnächte.
Foto: dpa/Archiv

Die Rauhnächte, also die zwölf Nächte zwischen dem Heiligen Abend und Drei König, gelten seit jeher als geheimnisumwittert. Aber was steckt hinter den Rauhnächten?

Wann sind die Rauhnächte?

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Die Rauhnächte beginnen am 25. Dezember und dauern bis zum 5. Januar. Diese zwölf Nächte haben im Volksmund unterschiedliche Namen: Sie werden auch Raunächte, Zwölf-, Los-, Unter-, Weihe-, oder Zwischennächte genannt. Je nach Region unterscheidet sich die Zahl, mancherorts sind es nur drei, andernorts zwölf dieser speziellen Nächte. Auch die Thomasnacht vom 21. auf 22. Dezember wird gelegentlich als Rauhnacht gezählt.

Was ist der Ursprung der Raunächte?

"Die Raunächte gehen zurück auf das Mondjahr, das mit 354 Tagen kürzer ist als das Sonnenjahr. Als man vom Mond- zum Sonnenjahr übergegangen ist, waren elf Tage und zwölf Nächte übrig - die heutigen Raunächte", berichtet die Autorin und Expertin Vera Griebert-Schröder.

Woher kommt der Begriff Rauhnächte?

Die Rauhnächte hießen ursprünglich "Rauchnächte", weil in dieser Zeit mit Kräutern geräuchert wurde, um dunkle Geister und Dämonen zu vertreiben und segenbringende willkommen zu heißen.

Welchen Aberglauben gibt es rund um die Rauhnächte?

Vor allem um die Rauhnächte 24./25. Dezember, 31. Dezember/1. Januar und 5./6. Januar rankt sich allerlei Aberglaube. Mancherorts galten diese Nächte als derart gefährlich, dass besondere Regeln eingehalten werden mussten. Das Haus durfte keinesfalls unordentlich sein. Es war verboten, Wäsche zu waschen und aufzuhängen. Denn weiße Wäsche an der Leine könnte von wilden Reitern gestohlen und als Leichentücher verwendet werden, fürchtete man.

In anderen Versionen dieses Aberglaubens hieß es, wilde Geister könnten sich in der Wäsche verfangen und ziemlich böse reagieren. "Die Wilde Jagd reißt die Wäsche von der Leine und zerfetzt sie" hieß es - zwischen den Jahren verzichtete man also darauf, die Wäsche herauszuhängen.

Darüber hinaus war es in manchen Orten untersagt, in den Raunächten Karten zu spielen.

Wie wurde das Räuchern ins Christentum übertragen?

Durch die Christianisierung und den Einfluss der römischen Traditionen wurde der Brauch des Räucherns zu einer christlichen Handlung. Deshalb ist auch heute bei der Einweihung von Gebäuden und Plätzen durch einen katholischen Priester das Weihrauchfass immer dabei.

Gibt es auch heute noch Bräuche in den Rauhnächten?

Ja, in den Rauhnächten ist es in einigen Teilen Bayerns noch Brauch, zwischen Heiligabend und dem 6. Januar als zottelige mystische Sagengestalten verkleidet umherzuziehen, um böse Geister zu vertreiben.  (AZ)

Ein Interview über den Brauch der Rauhnächte mit der Heilpraktikerin Vera Griebert-Schröder lesen Sie hier: Raunächte: Wo das Jahr eine Zeitlücke hat.

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