Seine Alzheimer-Erkrankung machte Ex-Schalke-Manager Rudi Assauer öffentlich. Das Leiden kann jeden treffen, sagen Experten.


Mit einer dicken Zigarre im Mund, als Macho mit flotten Sprüchen und schönen Frauen, so kennen auch Nicht-Fußballfans den langjährigen Schalke-Manager Rudi Assauer. Jetzt zeigt der einstige Spitzensportler ein neues Gesicht: Er ist schwer an Alzheimer erkrankt, weiß nicht, wie es weitergehen soll und braucht täglich Hilfe.
Rudi Assauer ging vergangene Woche mit seiner Alzheimer-Erkrankung in die Öffentlichkeit. In dem am Dienstag ausgestrahlten ZDF- Interview sieht Assauer äußerlich mit dem grauen Anzug, der teuren Brille und dem weißem Hemd aus wie früher. Doch der Mann im Anzug hat sich völlig verändert. Rudi Assauer spricht langsam, fast schleppend. "Hab jahrelang auf hohem Niveau Fußball gespielt. Jetzt auf einmal ist alles vorbei." Lange Pause. "Tja, kein Mensch kann dir helfen."
Ein Jahr lang durfte ein ZDF-Team sein Leben mit der Krankheit eng begleiten. Außerdem veröffentlichte der 67-Jährige eine Autobiografie, in der er sich ausführlich über seine Alzheimer-Erkrankung äußert. Der Titel: "Verblassende Erinnerungen an mein Leben".
Er hat Alzheimer, aber Rudi Assauer will sich nicht verstecken. Der Mann, der als Fußballer am liebsten in der Abwehr spielte, greift noch mal an.
Mit der heimtückischen Alzheimer-Krankheit hat sich Assauers Leben völlig verändert. Er erinnert sich nicht mehr an einstige Mitspieler, öffentliche Auftritte und Interviews waren ihm schon länger ein Graus, inzwischen meidet er sie fast ganz. "Er braucht Betreuung rund um die Uhr, auch für den ganz normalen Alltag", heißt es aus dem engsten Familienkreis.
Assauer lebt betreut von Tochter Bettina und seiner langjährigen Sekretärin aus Schalke-Zeiten in Gelsenkirchen. Seine Villa ist zum 1. März verkauft. Mit Medikamenten und Gedächtnisspielen versucht er, die Krankheit aufzuhalten, die bisher niemand heilen kann.
Demenz ist eine heimtückische Krankheit, die Experten zufolge jeden Treffen kann und die auch vor Intellektuellen, Reichen oder Prominenten nicht haltmacht. 1,3 Millionen Menschen sind in Deutschland von Alzheimer betroffen. Alzheimer traf auch Millionär und Playboy Gunter Sachs. „Krankheit A.“ nannte er die häufigste Demenz-Variante Alzheimer, die er – offenbar noch im Frühstadium – hatte, abschätzig. Die Diagnose hatte er sich selbst gestellt und wählte eine radikale Lösung: Er erschoss sich. In seinem Abschiedsbrief heißt es: „Der Verlust der geistigen Kontrolle über mein Leben wäre ein würdeloser Zustand, dem ich mich entschlossen habe, entschieden entgegenzutreten." AZ/dpa



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