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15. Dezember 2007 18:26 Uhr

Schwule dürfen kein Blut spenden

Homosexuelle Männer, Häftlinge und Prostituierte dürfen trotz Engpässen in der Blutbank nicht spenden.

Wiesentheid (dpa/lby) - Das Blutspendeverbot für Schwule sollte nach Ansicht eines Transfusionsmediziners trotz des gestiegenen Bedarfs an Blutkonserven auch weiterhin gelten.

«Dass das ein ständiger Konfliktpunkt ist, kann ich nachvollziehen», sagte der Chefarzt der Mobilen Blutspende des Bayerischen Roten Kreuzes, Michael Wichmann, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Wiesentheid (Landkreis Kitzingen). Schließlich hätten nicht alle homosexuellen Männer ständig wechselnde Partner und ungeschützten Sex.

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Dennoch zählten sie wie auch Häftlinge oder Prostituierte zu den Gruppen, die besonders häufig mit Viren wie HI oder Hepatitis B/C infiziert seien. Deshalb dürften diese Personengruppen nach den Richtlinien der Bundesärztekammer kein Blut spenden.

«Der Einzelperson tut man da unter Umständen zwar Unrecht, aber der Schutz des Patienten, der ein Blutprodukt bekommt, ist höher zu bewerten», sagte Wichmann. Er ist auch Leiter des Instituts für Transfusionsmedizin in Würzburg. Das Spenderblut werde zwar untersucht, es bleibe aber auch nach einem negativen Test ein Restrisiko, dass eine Konserve mit einem Virus infiziert ist.

«Frisch nach einer Infektion zeigen die Tests eine Infektion nicht an», erläuterte Wichmann. So könne eine HIV-Untersuchung in der Frühphase der Infektion - etwa in den ersten 21 Tagen - negativ ausfallen, obwohl das Blut einen Virus in sich trage. Dieses Restrisiko soll mit dem Ausschluss bestimmter Spendergruppen verringert werden.

Nach Angaben des Berliner Robert Koch-Instituts sind unter den 59.000 Menschen, die in Deutschland HIV oder AIDS haben, rund 34.000 Schwule. Dass sich homosexuelle Männer ausgegrenzt fühlen, weil sie im Gegensatz zu Lesben kein Blut spenden dürfen, ist Wichmann zufolge verständlich. «Lesben sind in der Robert Koch-Statistik keine Risikogruppe, weil beim Sex zwischen Frauen in der Regel kein Blutkontakt besteht.» Bei Schwulen hingegen könnten Viren wie HI, die die Immunschwächekrankheit Aids auslösen, durch ungeschützten Analverkehr übertragen werden.

In Bayern spendeten im vergangenen Jahr etwa 514.000 Menschen Blut. Die Spendenbereitschaft sei gut. «Wir gehen davon aus, dass wir in diesem Jahr auf demselben Niveau liegen werden», sagte Wichmann. Dennoch steige der Bedarf nach Blutkonserven, weil die Gesellschaft immer älter werde. Es gebe zunehmend Engpässe.

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