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Porträt: Scooter: Die unbeachteten Stars

Porträt

Scooter: Die unbeachteten Stars

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    H.P. Baxxter ist 44 Jahre alt und der Zeremonienmeister von "Scooter". (dpa)
    H.P. Baxxter ist 44 Jahre alt und der Zeremonienmeister von "Scooter". (dpa)

    Selten erzählen Verkaufszahlen und die öffentliche Wahrnehmung so unterschiedliche Geschichten wie hier. Kein Musikmagazin berichtet von "Scooter", kein Radiosender spielt ihre Lieder, und trotzdem herrschen sie im Hitparaden-Himmel.

    Mehr als die Hälfte der 16 Jahre, die es die Gruppe nun gibt, war sie in den deutschen Charts vertreten, 21 Singles schafften es gar unter die ersten Zehn - das gelang niemand sonst aus dem deutschen Musikbusiness, nicht den "Scorpions", nicht "Rammstein". Und wie diese feiern "Scooter" auch im Ausland Erfolge, ob in England, USA, Japan. Wie aber geht das zusammen?

    Rund 4000 Menschen sind am Donnerstag gekommen, um das Konzert von "Scooter" im Münchner "Zenith" zu erleben. Und obwohl auf dem Abend das Label "Hardcore Techno" klebt, ist es alles andere als flippiges Szenepublikum, das sich hier bereit zeigt, für eine eineinhalbstündige Überwältigungsshow: mächtig stampfende Bässe, Laserwirbel, Feuerfontänen, Go-go-Girls. Und zu all dem grölt ein wasserstoffblondierter Schlacks radebrechend Englischfetzen: Hans Peter Geedes alias Zeremonienmeister H.P. Baxxter.

    Ende der 1980er Jahre hatte er noch zeitgemäß mit Synthie-Pop Karriere machen wollen, war damit aber gescheitert und hatte sich dann, Anfang der 90er, mit Rick Jordan in die immer breiter werdende Techno-Welle geworfen. Anfangs mixten sie erfolglos nur neue Versionen bestehender Songs, bevor sie, inzwischen zum Trio gewachsen und "Scooter" genannt, 1994 mit "Hyper Hyper" plötzlich die Charts eroberten: ein Song, der sich der plakativsten Mittel des Genres bedient, eine Art brachialer Volks-Techno.

    Diese kompromisslos wirken wollende Schlichtheit sollte Marke und Muster werden, die unbehindert von jedweder künstlerischen Ambition zu zahlreichen anderen Hits führten: zunächst "Move Your Ass!", später "Wicked!" und "Maria". Und um bei aller Stampf-Musik noch eingängig zu bleiben, tauchen vertraute Melodien wie Peter Maffays "Tabaluga", Status Quos "Whatever You Want" auf, verwurschtet Baxxter Pop-Zitate zu Textzeilen wie etwa frei nach U2: "Where the Beats have no Name". Trotzdem: Fürs Radio ist das alles zu hart, fürs Feuilleton zu stumpf.

    Aber die 4000 Menschen in München hüpfen euphorisiert durch den Abend, johlen mit. Und wenn im Mai die Eishockey-Weltmeisterschaft in Deutschland eröffnet wird, werden "Scooter" vor 76.000 in Gelsenkirchen und Millionen vor TV-Apparaten das offizielle Turnierlied präsentieren. Nicht wenige werden sich fragen: Was, die gibt's noch? Wolfgang Schütz

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