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Inzest-Fall in Österreich: Selbst die Mithäftlingeverachten Josef Fritzl

Inzest-Fall in Österreich

Selbst die Mithäftlingeverachten Josef Fritzl

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    Josef Fritzl
    Josef Fritzl

    (AZ). Josef Fritzl hat gestanden: 24 Jahre lang habe er seine Tochter in ein Keller-Verlies gesperrt und sie immer wieder vergewaltigt. Jetzt sitzt er selbst im Gefängnis. Abgeschottet von den Mitinsassen, denn Vergewaltiger werden selbst im Knast verachtet.

    Wie der Nachrichtensender N24 und die Kronen-Zeitung berichten, sei Fritzl von den Mithäftlingen abgeschirmt in einer Zwei-Mann-Zelle untergebracht, um ihn vor Übergriffen zu schützen. "Wir könnnen eine Fremdgefährdung durch Mithäftlinge nicht ausschließen und haben deshalb Schutzmaßnahmen getroffen", bestätigte der Leiter der Justizanastalt, Günther Mörwald gegenüber dem Sender. Vergewaltiger würden selbst im Knast verachtet.

    Über die Identität des Zellengenossen ist nichts bekannt, ebenso wenig ist klar, warum Josef Fritzl gerade bei diesem Mann untergebracht worden ist. Dem 73-Jährigen werde der gesetzlich vorgesehene Hofspaziergang ermöglicht, außer seinem Zellengenossen solle er jedoch niemandem in der Justizanstalt begegnen, schreibt die Kronen-Zeitung.

    Josef Fritzl hat am Morgen zuerst mit seinem Verteidiger und anschließend mit einem Psychologen gesprochen. Der Arzt habe keine Selbstmordgefahr diagnostizieren können, schilderte Mörwald. Zur Sicherheit werde am Nachmittag jedoch ein weiterer Gutachter hinzugezogen. Zuvor wurde Fritzl dem Haftrichter vorgeführt, der die Untersuchungshaft angeordnet hat.

    Josef Fritzl, der als despotischer Patriarch beschrieben wird, muss imFalle einer Verurteilung mit einer langen Freiheitsstrafe rechnen. Aufschwere Freiheitsberaubung und Vergewaltigung stehen in Österreichzusammen insgesamt 25 Jahre Gefängnis. Medienberichten zufolge prüftdie Staatsanwaltschaft auch den Vorwurf des Mordes durch unterlasseneHilfeleistung im Falle des nach der Geburt gestorbenen Zwillings. Fritzlhat gestanden, die Leiche des Babys im Heizungskessel seines Hausesverbrannt zu haben.

    Es scheint nicht das erste Mal zu sein, dass Fritzl wegen eines Sexualdelikts vor Gericht steht. Ein ehemaliger Arbeitgeber berichtete dem österreichischen Standard, Josef Fritzl sei bereits wegen einer Vergewaltigung in Linz verurteilt worden. Die Strafe soll inzwischen jedoch getilgt sein.

    Die Opfer sowie die Ehefrau und die drei in Freiheit aufgewachsenen Kinder werden derweil gemeinsam in einer Psychiatrischen Klinik in Amstetten betreut. Wie der Standard berichtet, habe man die Familie in einem abgeschiedenen Teil des Krankenhauses untergebracht, um sie vor der Presse zu schützen. Die Opfer seien "relativ gut beisammen" aber "gezeichnet".

    Doch die Psychologen werden harte Arbeit leisten müssen, um Elisabeth Fritzl zurück in ein normales Leben zu führen. Die Gerichtspsychiaterin Sigrun Rossmanith sagte der Nachrichtenagentur APA: Josef Fritzl habe "sich letztlich eine jederzeit verfügbare Sklavin gehalten."

    Der Zustand der 19-jährigen Tochter Kerstin, die vor über einer Woche bewusstlos in das Krankenhaus von Amstetten gebracht worden war, wurde am Montag von den Ärzten als ernst, aber stabil bezeichnet.

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