Prinzessin Victoria von Schweden ist Mutter geworden. Mit ihr freut sich die ganze Familie. Vor allem wahrscheinlich ihr Vater. So kam er von Gerüchten ablenken.



Nachwuchs in Schweden: König Carl XVI. Gustaf (65) und Königin Silvia (68) sind «sehr stolz und glücklich» über die Geburt ihres ersten Enkelkindes. «Wir teilen das Glück des Kronprinzenpaares», erklärten Carl Gustaf und Silvia am Donnerstag nach der Geburt der ersten Tochter von Kronprinzessin Victoria (34) und deren Mann, Prinz Daniel (38). «Wir erinnern uns an unsere eigene Freude, als wir Eltern wurden und wir wünschen der jungen Familie einen wundervolle Zeit mit Frieden und Ruhe», so das schwedische Königspaar.
Victorias Geschwister, Prinz Carl Philip (32) und Prinzessin Madeleine (29), teilten mit, sie seinen von dem neuen Familienmitglied begeistert. «Wir haben uns schon sehr darauf gefreut, Onkel und Tante zu werden und wir senden unserer Schwester, Daniel und ihrer Tochter unsere Freude und unsere Liebe.»
Begeistert waren auch Olle und Ewa Westling, die Eltern von Prinz Daniel: «Wir wünschen Daniel und Victoria alles Glück mit dem neuen Familienmitglied und wir werden sie unterstützen und als Großeltern mithelfen.» Daniels Schwester Anna Westling Söderström und ihre Familie teilten mit, sie freuten sich, das Baby kennenzulernen. «Es ist wunderbar, dass meine Töchter eine Cousine haben, die sie sich gewünscht haben», sagte Anna Westling Söderström.



Das Mädchen, das Victoria von Schweden zur Welt gebracht hat, sei 51 Zentimeter groß und habe bei der Geburt gegen 4.26 Uhr morgens rund 3280 Gramm gewogen, teilte Victorias Ehemann Prinz Daniel am Donnerstag mit. «Es ist eine total süße Prinzessin», erklärte der 38-Jährige sichtlich bewegt vor Journalisten im Karolinska-Universitäts-Krankenhaus in Stockholm. Der 34 Jahre alten Mutter und dem Baby gehe es sehr gut. «Ich bin mit meinen Gefühlen noch ganz durcheinander», gestand der Vater, der im Kreißsaal dabei war. Zur Begrüßung des royalen Nachwuchses kündigte das Königshaus für den Mittag Salutschüsse in Stockholm und vier weiteren Städten an.
«Es war eine ganz normale Geburt», sagte der zuständige Arzt Lennart Nordström im schwedischen Fernsehen. Es habe keinerlei Komplikationen gegeben. «Alles ist gut verlaufen, die Eltern haben toll mitgeholfen», ergänzte er. Prinz Daniel half, die Nabelschnur zu durchtrennen. Um das neue Familienglück zu genießen, bräuchten Victoria, das Baby und er nun etwas Zeit für sich. Es sei ihm schwer gefallen, sich von seiner Frau und der Neugeborenen zu trennen, um die Presse über die Geburt zu informieren. Sein Töchterchen habe zu diesem Zeitpunkt friedlich auf der Brust der Mutter gelegen.



Der Name des ersten Enkelkindes von König Carl XVI. Gustaf (65) und Königin Silvia (68) wird zunächst nicht verraten. Der Monarch wird ihn wohl erst am Freitag oder Samstag nach einem Treffen mit der Regierung verkünden. Schon seit Wochen gibt es darüber Spekulationen. So wagte der Hofexperte Roger Lundgren in der Presse einen Tipp: «Ich glaube, das Kind wird vier Namen bekommen.» Für eine Prinzessin kämen unter anderen Christina oder Desirée infrage.
Das Mädchen steht nach seiner Mutter in der Thronfolge an zweiter Stelle und könnte somit eines Tages Königin werden. Schweden hatte 1980 die Thronfolge-Regelung geändert, um zu garantieren, dass Erstgeborene unabhängig vom Geschlecht Anspruch auf die Krone haben. Glückwünsche für das royale Baby kamen von der Regierung, den politischen Parteien und auch von anderen Königshäusern. So gratulierte etwa Norwegens König Harald.
Kronprinzessin Victoria und Prinz Daniel lernten sich 2002 kennen. Der heute 38-jährige Bürgersohn war damals ihr Fitnesstrainer. Im Juni 2010 heirateten die beiden. Der Hochzeit wohnten rund eine halbe Million Menschen bei.
Die Geburt der Prinzessin könnte zur Image-Aufbesserung des schwedischen Königshauses beitragen. Im vergangenen Jahr hatte es massiv negative Schlagzeilen wegen angeblicher Rotlicht-Aktivitäten des Königs gegeben. Hinzu kam Kritik an Königin Silvia (68), als sie geschäftliche und politische Aktivitäten ihres deutschen Vaters in der Nazi-Zeit verteidigte.
Ihre älteste Tochter Victoria ist nicht nur bei den Schweden sehr beliebt, sondern hat auch in Deutschland viele Fans: Die 34-Jährige ist einer Umfrage vom Januar dieses Jahres zufolge die Lieblingsprinzessin der deutschen Frauen. 27 Prozent der Befragten kürten sie zur beliebtesten Prinzessin Europas, wie die repräsentative Umfrage des Instituts Forsa im Auftrag der Zeitschrift «Frau im Spiegel» ergab.
Die Kinderzimmer bei den Thronfolgern in Europas Königshäusern sind gut gefüllt. Die kleinen Prinzessinnen sind an den großen Höfen in der Überzahl. Ein Überblick:
Dänemark: Im Januar 2011 wurden die Zwillinge Vincent und Josephine am dänischen Hof geboren. Die Eltern sind Kronprinz Frederik und Prinzessin Mary. Ihr erstes Kind war im Oktober 2005 der zukünftige Thronerbe Christian. Im April 2007 folgte Tochter Isabella. In diesem Januar gab es auch Nachwuchs in der Familie von Frederiks jüngerem Bruder Joachim: Prinzessin Marie brachte eine Tochter zur Welt.
Niederlande: Drei Prinzessinnen wachsen in der Familie des niederländischen Thronfolgers Willem-Alexander und seiner Frau Máxima heran. Im Dezember 2003 bekamen sie ihre erste Tochter Catharina-Amalia. Die zweite Tochter Alexia folgte im Juni 2005, als dritte kam im April 2007 Ariane zur Welt.
Norwegen: Der norwegische Kronprinz Haakon und Prinzessin Mette-Marit bekamen als erstes gemeinsames Kind im Januar 2004 Ingrid Alexandra. Sohn Sverre Magnus folgte im Dezember 2005. Mette Marit brachte zudem ihren Sohn Marius mit in die Ehe.
Spanien: Der spanische Kronprinz Felipe und die frühere TV-Moderatorin Letizia ziehen zwei Mädchen groß. Als erste kam im Oktober 2005 Leonor zur Welt. Im April 2007 folgte mit Sofía die zweite Tochter. dpa
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