Dienstag, 17. Oktober 2017

20. Juni 2017 00:32 Uhr

Hochhausbrand

So sieht es im Grenfell Tower aus

Polizei veröffentlicht erstmals Bilder, die das Ausmaß der Katastrophe zeigen

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Sogar erfahrene Ermittler können das Ausmaß des Hochhausbrandes in London schwer fassen. Stuart Cundy von Scotland Yard ist einer von ihnen. Als er am Montag vor die Presse tritt, hat er Tränen in den Augen. „Ich muss Ihnen leider mitteilen, dass es nun 79 Menschen gibt, die unseren Informationen zufolge tot sind oder vermisst werden und von denen wir annehmen müssen, dass sie tot sind“, sagt er.

Das Feuer im Grenfell Tower war in der Nacht auf Mittwoch aus nach wie vor ungeklärter Ursache ausgebrochen. Berichten zufolge lebten zwischen 400 und 600 Menschen in dem 24 Stockwerke hohen Sozialbau. Dass die Zahl der Opfer wahrscheinlich weiter steigen wird, lassen die Fotos erahnen, die die Behörden am Montag veröffentlichten. Erstmals sind Bilder aus dem Inneren des Hochhauses zu sehen, die das ganze Ausmaß der Katastrophe verdeutlichen.

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Er habe viele Kriminalfälle untersucht, sagte Stuart Cundy. „Aber nichts hat mich darauf vorbereitet, was ich dort drinnen gesehen habe.“ Er könne sich nicht vorstellen, was die Familien der Opfer jetzt durchmachen. Die Polizei erwarte, ergänzte er, aber keinen so hohen Anstieg der Opferzahlen mehr wie dies in den vergangenen Tagen noch der Fall gewesen sei. Bislang seien offiziell erst fünf Opfer identifiziert. Es sei möglich, dass das nicht bei allen Todesopfern gelingen werde. Doch Cundy hatte auch eine gute Nachricht: Fünf nach dem Brand vermisst geglaubte Bewohner seien wohlauf. Londons Feuerwehrchefin Dany Cotton erklärte in einem Radio-Interview, dass es noch Tage dauern könne, bis die Feuerwehr alle Wohnungen erreicht habe.

Zu den Ermittlungen zur Brandursache machte Cundy keine Angaben. Schatzkanzler Philip Hammond geht davon aus, dass die am Grenfell Tower benutzte brennbare Gebäudeverkleidung in Großbritannien verboten sei. Londons Bürgermeister Sadiq Khan erwägt bereits den Abriss veralteter Hochhäuser.

In ganz Großbritannien gedachten am Montag Menschen um 11 Uhr Ortszeit während einer Schweigeminute der Toten. Zudem gab es Gedenkveranstaltungen in öffentlichen Gebäuden oder Bildungseinrichtungen. (dpa)

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