Samstag, 18. Mai 2013

04. März 2012 00:07 Uhr

Schadensersatz

Stadt Winnenden fordert 14 Millionen von Eltern des Amokläufers

Die Stadt Winnenden will von den Eltern des Amokläufers Tim K. 14 Millionen Euro Schadensersatz haben.

Kreidespuren zeigen den Umriss des Amokläufers Tim K. vor dem Autohaus in Wendlingen (Archiv).
Foto: dpa

Der damals 17-jährige Tim K. hatte am 11. März 2009 in seiner früheren Realschule in Winnenden und auf der Flucht nach Wendlingen 15 Menschen und sich selbst erschossen. Die Tatwaffe hatte sein Vater zuvor unverschlossen im Schlafzimmer aufbewahrt. Ein Gericht verurteilte den Sportschützen später unter anderem wegen fahrlässiger Tötung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung.

Jetzt will die Stadt Winnenden von dem verurteilten Vater des toten Amokläufers Schadensersatz haben. Dies berichtet die «Winnender Zeitung» in ihrer Samstagsausgabe. Derzeit gebe es Verhandlungen mit den Versicherungen von Vater und Mutter.

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Winnenden: Schaden von der Stadt abwenden

«Es gibt eine Rechtspflicht, Schaden von der Stadt abzuwenden», sagte Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth (CDU) im Blatt. Der Stadt in Baden-Würtemberg sei ein Schaden von 14 Millionen Euro entstanden. Bei den Forderungen handele es sich um die gebuchten Rechnungen, die im Zusammenhang mit dem Amoklauf 2009 eingegangen seien, sagte Holzwarth. Dazu zählt der Umbau der Albertville-Realschule oder die Miete für die Ersatzschule.

Kanzlei will für 30 weitere Amok-Opfer Schadensersatz

Die Stadt Winnenden sei nicht die Einzige, die Schadenersatz verlangt, schreibt das Blatt weiter. Eine Waiblinger Kanzlei habe nahezu 30 Verfahren von Opfern und Angehörigen gegen die Eltern von Tim K. angestrengt, sagte Rechtsanwalt Jens Rabe auf Anfrage der Zeitung. Bei den Schadenersatzforderungen handle es sich um Summen im fünfstelligen Bereich, je nach Grad der Verletzungen der Opfer.

Eingerechnet würden auch Kosten zur Bewältigung des Ereignisses wie der Einsatz von Notfallseelsorgern und Psychologen oder die Organisation der Feiern zum ersten Jahrestag des Amoklaufes.

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