Sonntag, 17. Dezember 2017

20. April 2017 16:41 Uhr

Vorwürfe sexueller Übergriffe

Star-Moderator O'Reilly muss Fox News verlassen

Donald Trump stärkte ihm den Rücken, aber der Druck auf den Moderator O'Reilly war am Ende zu groß. Fox News trennt sich von ihm, es geht um Vorwürfe sexueller Übergriffe. Es ist nicht das erste Mal, dass der Sender mit solchen Anschuldigungen konfrontiert wird.

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Der konservative US-Sender Fox News verliert eines seiner größten Aushängeschilder. Nach Berichten über sexuelle Übergriffe trennte sich der Sender von seinem Moderator Bill O'Reilly.

«Nach einer sorgfältigen Prüfung der Vorwürfe stimmen das Unternehmen und Bill O'Reilly überein, dass Bill O'Reilly nicht auf Fox News zurückkehren wird», hieß es in einer Stellungnahme der 21st Century Fox, dem Mutterunternehmen des zum Imperium von Medienzar Rupert Murdoch gehörenden Senders.

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Die «New York Times» hatte Anfang des Monats berichtet, O'Reilly und Fox News hätten insgesamt 13 Millionen Dollar (etwa 12,1 Millionen Euro) als Schweigegeld an fünf Frauen gezahlt, um Klagen wegen sexuellen Missbrauchs gegen den 67-Jährigen zu vermeiden. In den vergangenen Tagen stieg der Druck auf den Sender. Etliche Firmen stoppten ihre Werbung. O'Reilly bestritt alle Vorwürfe und vermutete eine Verschwörung gegen sich.

Er reagierte enttäuscht auf seinen Abgang. Er sei immer stolz auf seine Arbeit bei Fox News gewesen. «Es ist ungeheuer entmutigend, dass wir wegen völlig haltloser Anschuldigungen getrennte Wege gehen müssen», erklärte er in einer Mitteilung. «Aber das ist die traurige Realität, mit der diejenigen leben müssen, die in der Öffentlichkeit stehen.»

Schon am Mittwochabend erschien sein Name nicht mehr im Titel der Sendung. Statt «O'Reilly Factor» lautete dieser nur noch: «The Factor». Künftig soll zu der Sendezeit eine Show des Moderators Tucker Carlson laufen. Auch er gilt als konservativer Provokateur.

Der «O'Reilly Factor» war eine der beliebtesten politischen Sendungen bei Fox. O'Reilly wurde dabei über Jahrzehnte als provozierender Fragesteller und Meinungsmacher wahrgenommen. Er fiel durch teils extreme Positionen auf. So erklärte er, die Todesstrafe sei für einige Straftäter zu human, diese hätten stattdessen Arbeitslager verdient.

Zuletzt hatte sich US-Präsident Donald Trump hinter den Moderator gestellt. Dieser sei «kein schlechter Mensch», sagte der Präsident nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen den Moderator. Fox News ist in den vergangenen Wochen zu einer Art Haussender für Trump geworden. Während er andere Medien als Staatsfeinde beschimpfte, lobte er die angeblich stets korrekte Darstellungsweise des Murdoch-Senders, dessen Journalisten sich oft lobend über seine Politik äußern.

Fox war in der Vergangenheit mehrfach wegen sexueller Übergriffe hochrangiger Mitarbeiter in die Schlagzeilen geraten. Unter anderem musste der frühere Sender-Chef Roger Ailes gehen, weil ihm Moderatorinnen Übergriffe vorgeworfen hatten.

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Washington | Donald Trump


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