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10. August 2009 19:00 Uhr

Neue Beobachtungen der Wissenschaft

Tiere besitzen erstaunliche Intelligenz

Hunde können rechnen, Krähen benutzen Werkzeuge und Bienen können bis vier zählen: Intelligenz ist nicht nur dem Menschen vorbehalten. Von Karin Seibold Von Karin Seibold

Von wegen "dummer Hund": Unsere vierbeinigen Freunde können bis fünf zählen und sogar Zahlen addieren, sagen Wissenschaftler.
Foto: Matthias Becker (AZ)

Von Karin Seibold und unseren Nachrichtenagenturen

Augsburg - Hunde können rechnen, Krähen benutzen Werkzeuge und Bienen können bis vier zählen - und sind damit schlauer als Feuersalamander, die gedanklich nur bis drei kommen. Intelligenz ist nicht dem Menschen vorbehalten, betonen Wissenschaftler immer wieder: Auch Tiere lösen Denkaufgaben, handeln planvoll, lernen dazu und entwickeln neue Strategien.

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Hunde können rechnen: Hunde seien so klug wie zweieinhalbjährige Kinder, erklärte etwa der kanadische Psychologe Stanley Coren jetzt bei der Jahrestagung der American Psychological Association in Toronto. Die Vierbeiner könnten bis fünf zählen und selbst einfache Rechenaufgaben lösen, sagt er. Zudem erkennen sie nach Aussage des Psychologen bis zu 250 verschiedene Wörter und zeigen bei der Nahrungsbeschaffung Verhaltensweisen, die laut Coren auf "Planungsfähigkeit" schließen lassen.

Krähen benutzen Werkzeug: Erst vor ein paar Tagen hatten Forscher der Universität Oxford erstaunliche Erkenntnisse über die Klugheit von Krähen veröffentlicht: Bis zu drei verschiedene Werkzeuge hintereinander benutzen die Vögel, um an ihr Futter zu kommen. Für ihre Experimente legten die Wissenschaftler Nahrung in ein Loch, die nur mit einem speziellen Werkzeug herausgefischt werden konnte. Um dieses Werkzeug zu bekommen, mussten die Krähen erst zwei andere benutzen. Manche der Tiere schafften diese Übung im ersten Anlauf.

Bienen zählen bis vier: Auch vor den Insekten machen die Forscher mit ihren Verhaltenstests keinen Halt: Würzburger Wissenschaftler ließen Bienen durch ein System von beschilderten Plastikröhren auf Nahrungssuche gehen - vor dem leeren Tunnel war ein einzelnes Objekt abgebildet, vor dem Tunnel, der zum Futter führte, stand ein Schild mit zwei Objekten. In kurzer Zeit lernten die Bienen, den richtigen Weg auszusuchen. "Wir haben mit der Publikation lange gewartet, weil wir es selbst nicht glauben konnten", erklärte Projektleiter Jürgen Tautz später in Interviews. Jetzt aber scheint klar: Bienen sind schlauer als Feuersalamander. Die schaffen nämlich nur ein "eins, zwei, drei, viele".

Kraken öffnen Schraubverschlüsse: Um an ihr Futter zu kommen, entwickeln auch Tintenfische erstaunliche Fähigkeiten: Schon vor sechs Jahren sorgte die Krakendame "Frieda" aus dem Tierpark Hellabrunn für Schlagzeilen, weil sie mit ihren Fangarmen die Schraubverschlüsse von Gläsern aufdrehte. Auch die Tintenfischdame "Octi" aus Neuseeland brachte dieses Kunststück Zeitungsberichten zufolge schon zustande.

Meisen stehlen Milch: Dass kluge Tiere mitunter auch zur Plage für den Menschen werden können, mussten die Briten schon vor mehr als 80 Jahren feststellen. Dort warteten Heerscharen von Blaumeisen in den Morgenstunden, bis die Milchmänner die Flaschen vor den Haustüren abstellten. Dann öffneten sie mit ihren Schnäbeln die Deckel und tranken sich satt - so lange, bis die Milchlieferanten auf neue Flaschenverschlüsse umstellten.

Die Intelligenz von Tieren, sagt Barbara Jantschke, Geschäftsführerin des Augsburger Zoos, sollte aber nicht nur an solchen Kunststücken festgemacht werden. "Nur weil ein Tier nicht bis fünf zählen kann, heißt das nicht, dass es nicht klug ist", sagt sie. Denn: "Allein dadurch, wie Tiere ihr Leben meistern, beweisen sie enorme geistige Fähigkeiten."

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