Dienstag, 29. Juli 2014

27. März 2014 12:25 Uhr

Star Wars

Türkische Kulturgemeinde: Lego-Bausatz ist volksverhetzend

Eine türkische Kulturgemeinde möchte Lego verklagen, weil ein Star Wars-Bausatz einer Moschee ähnelt.

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Sind Star Wars Charaktere etwa verkappte Gotteskrieger? Laut türkischer Gemeinde erweckt der Star Wars Bausatz "Jabba's Palace" von Lego einen solchen Eindruck.
Foto: www.lego.com

In den Star Wars Filmen der siebziger Jahre kann man auch heute noch viele seltsame Wesen, Bauwerke und Fluggeräte entdecken. Die Saga spielt schließlich auch "vor langer Zeit in einer weit entfernten Galaxie". Die Türkische Kulturgemeinde Österreich hat jetzt etwas Neues - "pädagogischen Sprengstoff" - entdeckt und zwar in einem Star Wars-Bausatz von Lego.

Jabbas Palast sähe aus wie eine Moschee - sogar mit Minarett

Was eigentlich der Palast von Jabba the Hutt, einem berüchtigten Schurken auf Luke Skywalkers Heimatplanet Tatooine darstellen soll, wird von der Türkischen Kulturgemeinde ganz anders interpretiert. Diese erkennt in dem Bausatz nämlich keinen Palast außerirdischer Krimineller, sondern ein Bauwerk, das der berühmten Hagia-Sophia-Moschee in Istanbul ähnelt.

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Sogar ein Minarett habe Jabbas Palast, der, bevor er vom bösen Jabba als Unterschlupf beschlagnahmt wurde, eigentlich ein Kloster friedliebender außerirdischer Mönche war.

Klage wegen Volksverhetzung gegen Lego werde geprüft

Deswegen erwägt die Vereinigung jetzt rechtliche Schritte gegen den dänischen Spielzeughersteller. Das rund 140 Euro teure Star Wars-Bauset soll, so die Kulturgemeinde, "pädagogisch verwerfliche" Elemente enthalten. Eine Klage wegen Volksverhetzung werde jetzt sowohl in Österreich, als auch in Deutschland und der Türkei geprüft.

Begründung: Der Palast, der in der Lego Version der Hagia-Sophia-Moschee ähnle, in Verbindung mit den Spielfiguren und ihren Waffen (Raketen, Kanonen, Laserpistolen, Gewehre und Samuraischwerter), könne bei Kindern den Eindruck erwecken, der Islam sei eine gewalttätige Religion.

Zumal der Wasserpfeife rauchende Jabba, der die "Hagia-Sophia" bewohnt, ja einer der Bösewichte in den Lucas-Kultfilmen ist.

Lego soll sich entschuldigen, fordert die Kulturgemeinde

Weiter heißt es in der Erklärung auf der Homepage der Türkischen Kulturgemeinde, das Spielzeug bediene "rassistische Vorurteile und gemeine Unterstellungen gegenüber den Orientalen und Asiaten als hinterlistige und kriminelle Persönlichkeiten". Lego erweise dem friedlichen Zusammenleben verschiedener Kulturen einen schlechten Dienst.

Die Kulturgemeinde fordert Lego, unabhängig von einer möglichen Klage, dazu auf, "sich für die Verletzung religiöser und kultureller Gefühle öffentlich zu entschuldigen".

Lego: "Jabba's Palace" lediglich einem fiktiven Bauwerk nachempfunden

Lego äußerte sich in einer Erklärung auf seiner Homepage zu den Vorwürfen. Dort heißt es, man baue alle Bauwerke, Raumfahrzeuge und Figuren aus den Filmen so detailgetreu wie möglich nach. Das Lego Star Wars Produkt "Jabba's Palace" spiegele kein reales Gebäude wieder, ebensowenig wie nicht-fiktive Personen oder die genannte Moschee.

Weiter heißt es: "Der Lego Group tut es leid, dass das Produkt von der türkischen Kulturgemeinde falsch interpretiert wurde, aber das Design aller Produkte bezieht sich lediglich auf den fiktiven Inhalt der Star Wars Saga." afp/hari

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