Freitag, 24. Mai 2013

12. November 2011 09:43 Uhr

Türkei

Türkische Sicherheitskräfte stürmen entführte Fähre

Türkische Sicherheitskräfte haben am Samstagmorgen das entführte Fährschiff "Kartepe" gestürmt. Dabei wurde der Entführer getötet. Die 24 Geiseln blieben unverletzt.

Das entführte türkische Fährschiff "Kartepe" ist am Samstagmorgen von türkischen Sicherheitskräften gestürmt worden.
Foto: afp

Türkische Sicherheitskräfte haben  am Samstagmorgen eine zwölfstündige Geiselnahme auf einer Passagierfähre im Marmara-Meer beendet und den Geiselnehmer erschossen. Bei dem Entführer handle es sich um ein «Mitglied der Terrororganisation», eine Bezeichnung für Anhänger der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), sagte der Gouverneur von Istanbul,  Huseyin Avni Mutlu, dem türkischen Privatsender NTV.

Die Fähre «Kartepe» wurde am Freitagnachmittag im Marmara-Meer  im Nordwesten der Türkei entführt. An Bord befanden sich 24  Menschen, 18 von ihnen waren Passagiere. Sie alle seien in  Sicherheit, sagte Gouverneur Mutlu. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie die Passagiere von der Fähre auf andere Schiffe umstiegen.

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Geiselnehmer offenbar Einzeltäter

Sicherheitskräfte stürmten das Schiff um 4.35 Uhr vor der Küste der Stadt Silivri westlich von Istanbul. Der Geiselnehmer sei kurz nach Beginn des Einsatzes getötet worden, sagte Mutlu. Er sei  zwischen 28 und 30 Jahren alt gewesen und habe einen Sprengsatz bei  sich gehabt, der jetzt genauer untersucht werde. Es habe sich um  einen Einzeltäter gehandelt. Der türkische Verkehrsminister Binali  Yildirim hatten zunächst von «vier oder fünf» Entführern  gesprochen, bei denen es sich um kurdische Rebellen handeln sollte.

Der Entführer hatte zwischenzeitlich Treibstoff und Lebensmittel verlangt, wie Minister Yildirim sagte. Die Passagierfähre war zunächst einige Stunden lang gefahren und hatte dann gestoppt. Schiffe der Küstenwache waren die ganze Zeit über in unmittelbarer Nähe der Fähre.

Im Marmara-Meer liegt die Imrali-Insel, auf der seit Jahren  PKK-Chef Abdullah Öcalan inhaftiert ist. Medienberichten zufolge  könnte es das Ziel des Entführers gewesen sei, die rund 120  Kilometer südwestlich vom Ort der Entführung liegende Insel  anzusteuern. Die türkischen Behörden hatten den Berichten zufolge  die Sicherheitsvorkehrungen vor der Insel verstärkt.

Seit 1984 kämpft die PKK gegen die Türkei

Die PKK hatte im Jahr 1984 den bewaffneten Kampf gegen den  türkischen Staat aufgenommen. In dem Konflikt starben rund 45.000  Menschen. Die Türkei, die EU und die USA haben die PKK als  Terrororganisation eingestuft. Zuletzt waren bei einem  Selbstmordanschlag der PKK im November vergangenen Jahres in  Istanbul 32 Menschen verletzt worden. Nach einem blutigen Angriff  auf türkische Soldaten im Oktober war die Armee mit einem  großangelegten Einsatz gegen PKK-Rebellen im Südosten der Türkei  und im Nordirak vorgegangen. afp/dpa/AZ

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