Sonntag, 23. Juli 2017

17. Juli 2017 16:55 Uhr

Zwickau

Verhängnisvoller Zettel: Syrischer Friseur wird massiv angefeindet

Ein missverständlicher Zettel an einem Friseursalon löst fremdenfeindliche Reaktionen aus. Der Laden muss geschützt werden, ein Syrer arbeitet nun in einer anderen Filiale.

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Der Syrer hatte sich nicht etwa geweigert, Frauen die Haare zu frisieren. Ihm fehlte schlicht die Qualifikation.
Foto: Karl-Josef Hildenbrand/Archiv (dpa)

Ab 16.00 Uhr keine Frauen mehr: Dieser Satz auf einem Zettel, der an einem Frieseursalon in Zwickau hing, hat für ein großes Missverständnis und gewaltigen Wirbel gesorgt. Eine Flut fremdenfeindlicher Reaktionen war die Folge davon. Die überregionale Kette, zu der der Salon gehört, sah sich gezwungen, Sicherheitsmaßnahmen für ihre Filiale zu ergreifen, wie ein Sprecher am Montag mitteilte.

Shitstorm in sozialen Medien

Auslöser war ein Aushang gewesen, wonach vom 10. bis zum 15. Juli ab 16.00 Uhr keine Frauen mehr in dem Laden frisiert würden. Denn dann bediene ein syrischer Herrenfriseur nur Männer. Am Wochenende brach in sozialen Medien ein Shitstorm aus. Der syrische Angestellte wurde angefeindet.

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Syrer hat keine Ausbildung als Frauenfriseur

Der Sprecher erklärte, der Mann habe eben nur eine Ausbildung als Herrenfriseur. Er sei somit für Frauen-Frisuren nicht qualifiziert. Eine Mitarbeiterin in Zwickau habe jedoch einen Kommunikationsfehler begangen, als sie den Zettel schrieb, sagte der Sprecher. Die Frau sei am Boden zerstört über das, was sie ausgelöst habe. Wo der Mann künftig arbeite, werde zu seinem Schutz nicht gesagt. Darüber hinaus habe man Vorkehrungen für die Sicherheit der Mitarbeiter in Zwickau getroffen. Details dazu wollte der Sprecher nicht nennen. Nach Angaben des Unternehmens werden bundesweit zahlreiche Flüchtlinge mit Ausbildung als Frisör beschäftigt. Mit Verweis auf die Sicherheit der Mitarbeiter nannte der Sprecher jedoch weder Zahlen noch Arbeitsorte. dpa

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