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25. Januar 2012 14:29 Uhr

Ascot

Der Hut-Krieg

Die Modepolizei von Ascot will in diesem Jahr beim Pferderennen Größe des Kopfschmucks und Rocklänge eindeutig regeln. Unter anderem geht es um Unterhosen.

Über Geschmack lässt sich in Ascot nicht mehr streiten: Die Macher des weltberühmten Pferderennens wollen dieses Jahr abermals die Kleiderordnung verschärfen. Weil Besucher die strengen Empfehlungen zum Dress Code noch immer zu freizügig interpretieren, werden jetzt auch Hutgröße und Rocklänge klar geregelt.

Die feine Gesellschaft weiß, dass eine Dame nicht schulterfrei zum elegantesten Pferderennen der Welt gehen darf, ja, dass nicht einmal Träger mit weniger als drei Zentimetern Breite angemessen wären. Und trotzdem glich Ascot letztes Jahr in den Worten eines Sportkommentators „einem Meer aus nackter Haut und hässlicher Tattoos“. Shocking! Das geht doch nicht!

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Damen mögen bitte Unterhosen tragen

Dabei hatten die Organisatoren der Nobel-Woche zuletzt noch mit Humor versucht, die weniger feinen Gäste zu erziehen. Damen, hieß es in einer Kleideranordnung, mögen bitte Unterhosen tragen – aber nicht so, dass sie für alle sichtbar sind.

Genutzt hat das alles nichts. Gerade für die Tribünen, auf denen auch der Adel flaniert und auf den die Queen blickt, gilt nun: Hut ist Pflicht! Die modernere Variante des Fascinators, einer federleichten, bunten Kreation, die sich auch Catherine, Herzogin von Cambridge, gern ins Haar steckt, muss „mindestens zehn Zentimeter Durchmesser“ haben – und dürfte damit kaum existieren. Auch bei Röcken sieht sich die Modepolizei der Rennbahn bemüßigt, „Knielänge oder länger“ vorzuschreiben.

Die Anmut des Besonderen soll zurückkehren

Eine Klamottenkontrolle beim Einlass soll es aber weiterhin nicht geben. „Wir hoffen, dass die Gäste einen Lernprozess durchmachen“, gibt Sprecher Nick Smith sich optimistisch. Viele seien zuletzt an dem prestigeträchtigen Ort in Outfits aufgetaucht, die sich eher für den Strand oder einen Nachtklub eigneten. „Wir wollen eben nicht elitär sein“, sagt er, „aber wünschen uns, dass die Anmutung des Besonderen zurückkehrt nach Ascot.“

Alkohol ist neben wilder Garderobe das größte Problem. Gerade zum „Ladies Day“ treffen Damengruppen aus ganz England schon betrunken per Reisebus ein. Und dass gute Garderobe nicht vor schlechten Manieren schützt, haben letztes Jahr ein paar Gentlemen im Gehrock bewiesen: Sie prügelten sich mit Champagnerflaschen, bis ein Musiker der Militärkapelle sie trennte.

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Pferderennen | Model | Ascot | Hüte

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