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17. Mai 2011 12:53 Uhr

China

Ein-Hund-Politik

Haushalte dürfen künftig nur noch einen Vierbeiner besitzen Von Jan Chaberny

Augsburg Wunderbar, wie die chinesische Regierung die drängendsten Menschheitsprobleme angeht, voller Tatendrang und dabei gleichzeitig so um- wie nachsichtig. Nein, es geht hier nicht um Ai Weiwei (dazu in der Politik), nicht um Demokratie, nicht um Menschenrechte. Es geht, im weitesten Sinn, um Tierrechte. Um die der Hunde. In Shanghai sind diese so zahlreich und zu solch einem drängenden Problem geworden, dass die Regierung in Peking nun eingeschritten ist.

Seit Sonntag gilt in der chinesischen Küstenmetropole die Ein-Hund-Politik. Ja, ganz richtig gelesen. Das Gesetz lässt zukünftig nur noch einen Hund pro Haushalt zu; es ist die sinnreiche Reaktion auf die zunehmende Beliebtheit von Chinas wachsender Mittelschicht für die „vierbeinigen Freunde“ und der damit verbundenen Probleme.

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Die Regierung will so Tollwut besser eindämmen

Von denen gibt es bei geschätzt 800000 Tieren in einer so dicht besiedelten Metropole wie Shanghai einige. Neben ungezählten vereitelten und nicht vereitelten Angriffen auf arme Postzusteller, neben unkontrollierten und unkoordinierten Bellens zu allen Tages- und Nachtzeiten sowie einer oft mangelhaften Stubenreinheit der lieben Fiffis, besteht bei diesen vor allem und ernsthaft das Problem, dass sie an Tollwut erkranken.

Die Regelung, die jetzt in Shanghai in Kraft getreten ist und die es in ähnlicher Form bereits in der chinesischen Hauptstadt Peking und der Stadt Guangzhou im Süden des Landes gibt, soll helfen, Tollwut besser unter Kontrolle zu bringen.

Dazu ist es notwendig, dass möglichst alle Tiere registriert werden, und nicht wie bislang nur rund ein Viertel davon. Die Stadtverwaltung senkte deshalb die Gebühren für diesen Akt von 2000 auf 500 Yuan, was rund 54 Euro entspricht. Hunderte Hundebesitzer stürmten daraufhin in die Tierarztpraxen, um ihre Lieblinge registrieren und gleichzeitig impfen zu lassen. Das ist sehr umsichtig.

Überaus nachsichtig ist die Tatsache, dass Haushalte, die mehr als einen Hund besitzen, diesen auch künftig behalten dürfen. Den Tieren wird nichts angetan, was unbedingt begrüßenswert ist. Alles, was die Halter tun müssen, ist, für diese Gebühren zu bezahlen. (mit afp)

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