Mittwoch, 19. Juni 2013

13. Juli 2012 12:57 Uhr

Twitter

5000 gekaufte Freunde für die CDU

5000 Twitter-Follower hat die CDU quasi über Nacht hinzugewonnen - allesamt Fake-Accounts, wie sich herausstellte. Nun fragt man sich, wer die eigenwillige PR-Aktion bezahlt hat.

5000 Twitter-Follower hat die CDU quasi über Nacht hinzugewonnen - allesamt Fake-Account, wie sich herausstellte.
Foto: dpa

Das "wundersame Follower-Wachstum" der CDU ist vom ZDF-Blog Hyperland dokumentiert worden. Wie es dort heißt, hatten die Christdemokraten Ende April rund 20.000 Follower bei Twitter - bis die Anhängerschaft innerhalb von nur drei Tagen um 5.000 Personen anwuchs. Dokumentiert wird die Verlaufskurve vom Internet-Dienst Twittercounter.com.

Im Netzt machte schnell das Gerücht die Runde, die CDU habe sich die Twitter-Follower gekauft. Wie die Recherche von Hyperland ergab, hatten auch rund 5.000 CDU-Follower recht verdächtige Profile. Im Gegensatz zu den übrigen Anhängern stammen sie teils aus Übersee und folgen oft Hunderten anderen Twitterern. Selbst haben sie hingegen meist kaum eigene Follower und sind auffällig inaktiv.

Falsche Freunde von der Agentur

Es ist kein Geheimnis, dass das Phänomen, seinen Twitter-Account mit gekauften Freunden aufzumotzen, bei Firmen und Organisationen immer beliebter wird. Laut einer unlängst veröffentlichten Studie des Medienforschers Marco Camisani Calzolari haben gerade große Unternehmen viele Fans, die auf maschinengesteuerte Accounts zurückgehen könnten. Von 39 untersuchten Firmen hatten bis zu 46 Prozent gefälschte Follower. Ein Grund dafür könnte die Auslagerung von Social-Media-Aktivitäten an Agenturen sein, die versuchen, die Fanzahlen mit Roboter-Software in die Höhe zu treiben.

CDU weist Vorwürfe zurück

Bleibt die Frage, wer für die wundersame Follower-Vermehrung bei der CDU verantwortlich ist. Die Christdemokraten haben den Verdacht, selbst hinter der Initiative zu stecken, bereits zurückgewiesen. Über ihren Account @cdu_news twitterte die Partei: "Die CDU Deutschlands hat zu keinem Zeitpunkt und für keines ihrer Angebote den Kauf von Followern beauftragt oder veranlasst."

Hyperland schreibt, dass auch ein übermotivierter Mitarbeiter oder ein anonymes Parteimitglied hinter der Aktion stecken könnte. Der (finanzielle) Aufwand dürfte nämlich sehr überschaubar gewesen sein. Bei der US-Firma Social Media Combo, die im Verdacht steht, den Auftrag ausgeführt zu haben, sind rund 5000 Fake-Follower bereits für 30,99 Dollar zu haben. drs

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