Montag, 22. Dezember 2014

05. September 2011 09:36 Uhr

Gesetzlich Versicherte im Nachteil

AOK: Viele Fachärzte arbeiten zu wenig

Viele Fachärzte arbeiten nach einer Studie für die AOK zu wenig für gesetzlich Versicherte. Diese Patienten müssten deswegen oft lange Wartezeiten in Kauf nehmen.

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Im Auftrag des AOK-Bundesverbandes hat das Institut Psychonomics eine repräsentative Umfrage durchgeführt. Demnach arbeitet  der Großteil der Hausärzte 60 Stunden in der Woche, der Fachärzte 50 Stunden. Doch während bei den Hausärzten von 60 Stunden etwa 47 auf die Behandlung von gesetzlich Versicherten, Abrechnung und Praxisverwaltung entfallen, liegt bei den Fachärzten der Anteil bei 39 Stunden.

Kalkulationsgrundlage der Vergütungsvereinbarungen zwischen den Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) und den Krankenkassen sind jedoch 51 Stunden pro Woche, die von den Krankenkassen auch bezahlt worden sind. Davon entfallen 44,6 Stunden auf sogenannte patientenunmittelbare Tätigkeiten wie Sprechstundenzeiten und auch Befundungen oder andere Tätigkeiten, bei den der Versicherte nicht anwesend sein muss. Die restlichen 6,4 Stunden stehen der Kalkulation zufolge für die Praxisorganisation wie Einweisung des Personals oder Besprechungen von Praxisabläufen zur Verfügung.

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"Krasses Missverhältnis"

 

"Damit beträgt die Minderleistung vieler Fachärzte 23 Prozent", sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes, Jürgen Graalmann, auf einem Presseseminar des Verbandes in Joachimsthal bei Berlin. Während laut Graalmann das Minus von acht Prozent bei den Hausärzten "sich noch im Toleranzbereich bewegt", bedeute das Minus von 23 Prozent bei den Fachärzten ein krasses Missverhältnis zwischen erbrachter und bereits von den Kassen bezahlter Arbeit.

Graalmann forderte die Kassenärztlichen Vereinigungen auf, dafür zu sorgen, dass die Vertragsärzte den gesetzlich Versicherten die vereinbarte Arbeitsleistung nicht länger vorenthalten. Wenn die Vertragsärzte die vergüteten Versorgungskapazitäten auch vollständig leisten würden, könnte die ambulante Versorgung ohne erneute zusätzliche Kosten für die Beitragszahler verbessert werden. AZ

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